Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

Gottesdienst zum Nach-Lesen und Nach-Hören

7. Juni 2020

Vertrauen lohnt sich



Hier finden Sie die Aufnahme des Gottesdienstes in der Kirche als Gottesdienst zum Nach-Hören und Nach-Lesen. Beide Versionen können Sie herunterladen, als Audio-Datei oder als Text-Datei. Sie können den Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst zum Nachlesen" an andere weiter.





Gottesdienst zum Nach-Lesen




Gottesdienst zum Nach-lesen 07.06.20
Gottesdienst zum Nachlesen 07.06.20.pdf (187.69KB)
Gottesdienst zum Nach-lesen 07.06.20
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Gottesdienst zum Nach-Hören




Gottesdienst zum Nach-Hören 07.06.20
Gottesdienst zum Nach-Hören 07.06.20.MP3 (24.88MB)
Gottesdienst zum Nach-Hören 07.06.20
Gottesdienst zum Nach-Hören 07.06.20.MP3 (24.88MB)











Gottesdienst zum Nachlesen vom 7. Juni 2020

Vertrauen lohnt sich!


Orgelvorspiel

von Jan-Paul Götze

 
Begrüßung

Und so feiern wir nun Gottesdienst, auch wenn die Umstände ungewöhnlich sind. Und auch diesen Gottesdienst feiern wir

 Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm 118

Glücklich das Land, dessen Gott der HERR ist –

das Volk, das er als sein Eigentum erwählt hat!

Der HERR schaut vom Himmel herab

und blickt auf alle Menschenkinder.

Von seinem Wohnsitz aus sieht er alle,

die auf der Erde wohnen.

Er hat ihnen den Verstand ins Herz gelegt.

Aufmerksam beobachtet er all ihr Tun.

Seht, der HERR wacht über denen,

die ihm mit Ehrfurcht begegnen –

die zuversichtlich auf seine Güte warten:

Er wird ihr Leben aus Todesgefahr erretten

und sie in Hungersnot am Leben erhalten.

Mit ganzer Seele warten wir auf den HERRN.

Er allein ist unsere Hilfe und unser Schild.

Ja, über ihn freuen wir uns von Herzen.

Ja, wir vertrauen seinem heiligen Namen.

 

Lied: EG 443 Aus meines Herzens Grunde

von Jan-Paul Götze

 

Predigt (von Pfr. Ulrich Ries)

Ist Ihnen, meine Lieben, auch das Vertrauen abhandengekommen? Zum Beispiel in die Mediziner, besonders in die Virologen? Erst hieß es doch, Corona sei lange nicht so gefährlich wie eine normale Grippe. Dann auf einmal war Corona viel schlimmer. Dann hieß es, man müsse vorsichtig sein, wenn man womöglich infizierte Dinge anfasst. Heute sollen wir geschlossene Räume besser lüften. Erst hieß es, die sogenannten Alltagsmasken nützen nichts. Heute ist Konsens, dass diese Masken nicht den Träger aber die anderen schützen können. Ja, wie denn nun? Vielleicht aber können Sie ja doch langsam wieder Vertrauen schenken, immerhin hat es in den letzten zwei, drei Wochen keine umstürzend neuen Erkenntnisse mehr gegeben, die alles Vorherige infrage stellen.

Andererseits, so funktioniert Wissenschaft nun einmal. Sie ist ein Prozess, in dessen Verlauf die Erkenntnis immer mehr zunimmt. Sehen Sie mal, wenn es nicht so wäre, dann hätten die römischen Seeleute nicht Angst haben müssen, irgendwann von der Erde herunterzufallen, weil sie bis an den Rand gesegelt waren. Die stellten sich die Erde doch wie eine Scheibe vor. Heute wissen wir mehr, und das war eine lange Entwicklung. Heute wissen wir, dass die Erde eine an den Polen abgeflachte Kugel ist. Ich weiß, es gibt immer noch Leute, die das Gegenteil behaupten, aber die machen sich doch nur lächerlich.

Also, Wissenschaft ist ein Prozess, eine Entwicklung. Und im Laufe dieser Entwicklung lernen wir immer mehr hinzu, aber wir lernen nie aus. Wenn also ein Wissenschaftler sagt: „Im Moment kann ich dazu noch keine verlässliche Aussage machen.“ – dann verdient er unseren Respekt und unser Vertrauen.

Aber mit dem Vertrauen tun wir uns schwer, nicht erst nach ein paar Wochen Corona. Auch vorher war in manchen Kreisen der Gesellschaft ein immenser Vertrauensverlust zu verzeichnen. Das ließ sich an Parolen gegen die Kanzlerin, gegen die Medien, gegen „die da oben“ oder gegen Experten erkennen. Ich will gar nicht allen Zeitgenossen diese Art von Vertrauensverlust unterstellen, aber ich habe den Eindruck, dass wir uns tatsächlich alle mehr oder weniger schwertun, anderen zu vertrauen. Woher kommt das?

Ich denke, wir haben uns alle in den letzten Jahren und Jahrzehnten verleiten lassen, weniger auf Vertrauen als vielmehr auf Kontrolle zu setzen. Das ist sogar in der Kirche so. Hier kann ich es aus eigener Anschauung deutlich beschreiben. Von den Gemeinden wurde immer wieder in ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen von der Landeskirche verlangt, dass sich Kirche weiterentwickelt, sich den veränderten Rahmenbedingungen anpasst. Das ist ja zunächst auch mal gar nicht verkehrt. Aber dazu sollten dann Programme entwickelt werden. Diese Programme sollten den Kirchenkreisen und der Landekirche zur Genehmigung vorgelegt werden. Wenn sie dann genehmigt waren, sollten sie umgesetzt werden. Die Umsetzung sollte erst dokumentiert und dann ausgewertet werden. Die Auswertung war dann wieder zur Kontrolle vorzulegen. Dann geht es wieder von vorn los. Statt Vertrauen in die Presbyterien und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu setzen, wird kontrolliert, ob sie verantwortungsvoll arbeiten.

Wir leben nach dem alten Motto: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Doch jetzt kommt das Problem. Wer von uns kann schon Wissenschaftler kontrollieren, deren genaue Berufsbezeichnung man kaum aussprechen kann: Virologen oder Epidemiologien? Kontrollieren können wir also nicht. Vertrauen wollen wir nicht, jedenfalls nicht anderen und vor allem nicht sogenannten Experten. Was bleibt dann noch übrig? Ich denke, wir kommen gar nicht darum herum zu vertrauen! Die Frage ist nur: Wem oder was? Wenn nicht anderen, dann können wir nur noch je uns selbst vertrauen, oder dem Zufall, nach dem Motto: „Wird schon gut gehen!“ Und das ist dann doch ein bisschen wenig. Damit würden wir uns auf dünnem Eis bewegen, meine Lieben, und das konnten wir doch auch schon beobachten. Der Verlust an Vertrauen in andere führt in die Krise. Und seit Corona sehen wir, dass Vertrauensverlust die Krise verstärkt. Wie kommen wir da bloß raus?

Vertrauen kann man lernen, meine Lieben. Das können wir bei Kindern beobachten. Neugeborene vertrauen erstmal nicht, sie kontrollieren, und zwar ihre Eltern. Solange die da sind, im Sichtfeld des Säuglings sind, ist alles gut. Solange fühlt sich das Kind beschützt. Und Nahrung ist auch nicht weit. Sobald die Eltern aber aus dem Sichtbereich geraten, ist das Herzeleid groß, zum Beispiel beim Aufwachen. Wenn die Kleinen dann größer werden und anfangen, sich selbst zu beschäftigen, gucken sie sich immer wieder um und vergewissern sich, dass die Mama noch da ist. Alles gut! Und irgendwann lernen sie, dass die Mama auf jeden Fall wiederkommt, auch wenn sie mal kurz aus dem Blick geraten ist. Das ist der Anfang des Vertrauens.

Darum können wir auch auf Gott vertrauen, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Und das ist gut so, denn tatsächlich ist ja so, dass Menschen, auch wenn wir ihnen noch so sehr vertrauen können, irgendwann ans Ende ihrer Möglichkeiten geraten. In solchen Situationen tut es uns gut, den Allmächtigen an unserer Seite zu wissen, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Aber wir können die Erfahrung machen, dass er alles zu einem guten Ende führt.

Auch der Apostel Paulus erzählt von so einer Erfahrung. In Ephesus hat er mit großem Nachdruck gepredigt, dass es nur einen Gott gäbe. Die ganzen anderen Götzen und selbstgemachten Götterfiguren wären nichts als Trug und Schein. Nun gab es aber in Ephesus einen großen Tempel der Artemis. Viele Menschen lebten von diesem Tempel, besonders Kunsthandwerker, die Artemis-Figuren verkauften. Die gerieten in Zorn über Paulus, denn er drohte ihnen das Geschäft kaputt zu machen. Deshalb wollten sie ihm als Leder. Am Anfang seines zweiten Briefes an die Gemeinde von Korinth schreibt er darüber:

Wir wollen euch nämlich eines nicht verschweigen, Brüder und Schwestern: In der Provinz Asien sind wir wirklich in große Not geraten. Was wir da ertragen mussten, überstieg unsere Kräfte. Ja, wir bezweifelten schon, überhaupt mit dem Leben davonzukommen.

Paulus und seine Begleiter sind also in eine existenzielle Krise geraten. Aus eigener Kraft kommen sie nicht heraus, da hilft auch kein Selbstvertrauen. Das Leben ist außer Kontrolle geraten. Ja, noch mehr. Noch einmal Paulus:

Wir hatten uns schon damit abgefunden, sterben zu müssen.

Und dann macht Paulus die vielleicht für viele überraschende Erfahrung, dass es doch weiter geht. Er kommt davon. Sein Leben bleibt zunächst bewahrt. Sein Weg geht weiter. Und wir machen doch manchmal durchaus ähnliche Erfahrungen. Und das Resümee des Paulus:

Dabei sollten wir lernen, nicht auf uns selbst zu vertrauen, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt. Er hat uns vor dem sicheren Tod gerettet und wird es wieder tun. Ja, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung, dass er uns auch in Zukunft retten wird.

Da können wir uns also durchaus etwas abgucken, meine Lieben, Gottvertrauen nämlich. Und das würde uns auch unser Leben und unseren Alltag erleichtern, denn es kann uns leichter fallen, anderen zu vertrauen, wenn wir darauf vertrauen, dass hinter allem immer noch der Schöpfer und Erhalter allen Lebens steht, der uns auffängt, wenn es sonst kein Halten mehr gibt. Wir können niemals tiefer fallen als in Gottes Hand, auch nicht, wenn sich die Virologen und Epidemiologen irren sollten. All ihre Erkenntnisse sind immer nur vorletzte Gewissheiten, seien sie auch noch so wahr und noch so wichtig für die Bewältigung der gegenwärtigen Krise. Gehen Sie also mit Gottvertrauen in die vor uns liegende Zukunft. Mit Gottvertrauen geht vieles leichter und alles besser.

 

Lied: EG 331 Großer Gott, wir loben dich

von Jan-Paul Götze

 

Das Versöhnungsgebet von Coventry

Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes,

den sie bei Gott haben sollten.

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse -

Gemeinde: Vater, vergib!

Das habsüchtige Streben der Menschen und Völker zu besitzen,

was nicht ihr eigen ist -

Gemeinde: Vater, vergib!

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet -

Gemeinde: Vater, vergib!

Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen -

Gemeinde: Vater, vergib!

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Heimatlosen und Flüchtlinge -

Gemeinde: Vater, vergib!

Die Sucht nach dem Rausch, der Leib und Leben zu Grunde richtet -

Gemeinde: Vater, vergib!

Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen, nicht auf Gott -

Gemeinde: Vater, vergib!

Lehre uns, o Herr, zu vergeben und uns vergeben zu lassen,

dass wir mit dir und miteinander in Frieden leben.

Darum bitten wir um Christi willen.

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.

 


Kollekte
Sollte es Ihnen nicht möglich sein, den Gottesdienst in der Kirche zu besuchen, sie möchten aber den Kollektenzwecke unterstützen, machen wir Ihnen einen anderen Weg möglich. Die Evangelische Kirche im Rheinland teilt dazu mit:


Kollekte online geht zu jeder Zeit

Die Kollekte ist Ausdruck tätiger Liebe und solidarischer Hilfe und geht auch online über über das Spendenportal der KD-Bank. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Ein kurzer Text erläutert, für welchen Zweck die Kollekte jeweils bestimmt ist.


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