Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

Gottesdienst für zuhause

12. April 2020 - Ostersonntag

Sie können den "Gottesdienst für zuhause" in der Version zum Hören und als Text-Datei herunterladen. So können Sie ihn bequemer lesen. Sie können den Gottesdienst aber auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst für zuhause" an andere weiter. 


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Orgelvorspiel

Von Jan-Paul Götze (nur in der Version zum Hören)


Begrüßung

Wir sitzen zuhause vor unseren Endgeräten. Wir treffen uns virtuell in sozialen Medien. Voller Neid blicken wir durch blindgewordene Scheiben nach draußen und sehen Gottes Schöpfung, die vor Leben berstet, während wir einsam verdorren. Wie gut wäre es jetzt, wenigstens Gottesdienst feiern zu können. Tun wir es also, feiern wir Gottesdienst. Wir feiern ihn vereinzelt und isoliert, und feiern ihn doch in der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen zu allen Zeiten und an allen Orten, denn wir feiern auch diesen Gottesdienst für zuhause:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Osterlob

Freut euch, ihr Menschen, und jubelt mit allem, was da ist:
von den Chören der Engel bis zum Geringsten auf Erden;
lasst die Stimmen hell erschallen;
singt mit beim Siegeslied an diesem österlichen Tag.
Denn das Licht des Lebens leuchtet uns neu.
Geschwunden ist das Dunkel, das die Welt bedeckt hat.
Freut euch mit der ganzen Kirche,
inmitten der Gläubigen an allen Orten und zu allen Zeiten.
Schaut an das österliche Licht, das Zeugnis gibt vom Sieg des Lebens.
Seht, wie es Mut macht mit stillem Glanze.
Nehmt wahr: Christus, den Ersten und den Letzten und den Lebendigen,
der tot war, und siehe, er lebt in Ewigkeit. Halleluja.

Dies ist der Tag des Wunders.
Dies ist der Tag der Befreiung.
Dies ist der Tag, der Israel aus der Knechtschaft erlöst hat,
trockenen Fußes wurden sie durchs Meer geführt.
Dies ist der Tag, an dem Christus das Gefängnis des Todes zerbricht;
aus der Tiefe steigt er als Sieger empor.
Was für ein Tag, der uns die Liebe des Vaters zeigt,
um Knechte zu erlösen, gibt er den Sohn dahin.
Was für ein Tag, da Christus die Sünde überwunden hat. Halleluja.

Dies ist der Tag, an dem die Ewigkeit aufleuchtet.
Christus erscheint im österlichen Licht.
Sein Glanz vertreibt unser Dunkel.
Sein Sieg überwindet Sünde und Tod.
Sein Tag verwandelt jede Nacht.
Sein Leben bringt den Trauernden Freude.
Sein Anfang zeigt schon die Vollendung.
Was für ein Tag, den der Herr gemacht hat:
Himmel und Erde werden versöhnt.
Gott verbindet sich mit den Menschen,
denn Christus, unser Herr, ist auferstanden.

Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

 

Orgel: Christ ist erstanden

von Jan-Paul Götze (nur in der Version zum Hören)

 

Das Evangelium von Ostern - Markus 16, 1-8

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome duftende Öle. Sie wollten die Totensalbung vornehmen. Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab. Die Sonne ging gerade auf. Unterwegs fragten sie sich: »Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?« Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war. Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, der ein weißes Gewand trug. Die Frauen erschraken sehr. 6 Aber er sagte zu ihnen: »Ihr braucht nicht zu erschrecken. Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt worden ist. Gott hat ihn vom Tod auferweckt, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. Macht euch auf! Sagt es seinen Jüngern und besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.« Da flohen die Frauen aus dem Grab und liefen davon. Sie zitterten vor Angst und sagten niemandem etwas, so sehr fürchteten sie sich.

 

Predigt (von Pfr. Ulrich Ries)

Es ist Ostern! Das Fest der Auferstehung. Das Leben beginnt neu. Für viele Christinnen und Christen ist Ostern der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Wie geht es Ihnen damit, meine Lieben? Ist Ihnen nach Feiern zumute? Der Gedanke an Auferstehung und neues Leben scheint so gar nicht in unsere Corona geschüttelte Zeit zu passen. Leben und Gesundheit sind bedroht. Das öffentliche und soziale Leben ist auf ein Mindestmaß heruntergefahren. Wir leben in einer erzwungenen Ruhe. Es fühlt sich eher an wie die Grabesruhe, die zwischen Kreuzigung und Auferstehung Jesu herrschte.

Natürlich können wir es gar nicht erwarten, dass das Leben wieder los geht. Viele lassen sich ja auch nicht einsperren. Sie gehen raus in die Natur, in die Parks und Gärten, gehen Spazieren, Radfahren, Joggen. Aber so richtig lebendig fühlt sich das nicht an, wenn man Abstand halten muss und keine sozialen Kontakte haben darf. Es wird auch schon wieder darüber diskutiert, wann wir das gesellschaftliche Leben langsam wieder hochfahren können. Schule im Schichtbetrieb. Kleine Läden wieder öffnen, wenn der nötige Abstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden kann. Begegnungen wieder zulassen, wenn Mund- und Nasenschutz getragen wird. Alles gut und schön, aber ein wirklicher Neubeginn des Lebens ist das noch nicht. Es fühlt sich eher so an, als könnte das Leben so langsam wieder ganz vorsichtig aus der Erstarrung hervorsickern. Und selbst das ist mit einem nicht unerheblichen Risiko verbunden. Sicher ist es noch nicht wieder an der Zeit, mit lautem Jubel loszustürmen und dem Leben in die Arme zu fallen.

Eigentümlicherweise sind wir da gar nicht so weit von den Gefühlen der ersten Auferstehungszeuginnen entfernt. Nachdem sie erfahren hatten, dass Jesus vom Tod auferweckt war, flohen die Frauen und liefen davon und zitterten vor Angst, so sehr fürchteten sie sich. Die ersten Schritte in das neu geschenkte Leben fallen nicht leicht. Sie sind mit großer Unsicherheit verbunden. Trägt das Versprechen, dass das Leben neu beginnt? Kann man der Hoffnung trauen, dass es wieder eine Zukunft gibt? Aber die Frauen nehmen ihren ganzen Mut zusammen! - Sind nicht sowieso die Frauen immer die Mutigeren? - Also die Frauen nehmen ihren Mut zusammen und wenden sich vom Grab ab und dem Leben zu.

Sie waren ja auch vom Leben abgeschnitten, das hinter einem riesigen Stein in einem Grab eingesperrt worden war. Ein großer, behauener Stein war das, ähnlich wie ein Mühlstein, den man vor das Grab gerollt hatte. Und dahinter das Leben, erstickt, getötet, weggesperrt. Davor Grabesruhe, Trauer, Angst. Aber das Leben lässt sich nicht einsperren. Es drängt immer wieder hervor. Und zitternd vor Angst wagen es die Auferstehungszeuginnen doch, der Hoffnung auf neues Leben zu vertrauen.

Auch für uns ist der Stein schon vom Grab weggerollt. Doch auch wir sollten wie Maria Magdalena und ihre Freundinnen noch verhalten reagieren, wenn wir wieder erste Schritte ins Leben wagen. Das Virus bedroht uns ja noch immer, oder ein anderer Handlanger des Todes. Doch auch wenn wir diesen Tod noch sterben, er hat nicht mehr das letzte Wort. Die Osterbotschaft sagt uns: Das Leben ist stärker.

Aber erstmal würde es uns ja auch schon reichen, nicht den sozialen Tod zu sterben. Da geht es uns wie den zehn Männern, von denen das Lukasevangelium in Kapitel 17 berichtet. Die litten an Aussatz. In der Bibel ist das eine Bezeichnung für verschiedene Arten von Hautkrankheiten. Zu ihnen zählt auch die Lepra. Die Menschen, die an Aussatz erkrankt waren, galten als unrein. Sie mussten sich von den Gesunden fernhalten, um niemanden anzustecken. Erinnert Sie das an was? Die zehn Männer, denen Jesus begegnete, waren also von der Gemeinschaft isoliert. Sie durften niemandem nahekommen. Deshalb blieben sie auch in einiger Entfernung stehen und riefen laut: »Jesus, Meister, hab Mitleid mit uns!« Und tatsächlich heilt Jesus diese Kranken und macht ihnen so wieder ein Leben in Gemeinschaft möglich. Dass von den zehn Geheilten nur einer zu Jesus zurückkam, ist dann schon wieder typisch menschlich. Wir nehmen unser scheinbar normales Leben doch oft als selbstverständlich hin. Nicht der eine! Er kam zu Jesus zurück und lobte Gott mit lauter Stimme dafür, dass das Leben für ihn neu begonnen hatte. Das ist noch nicht das ewige Leben, das uns mit der Auferstehung zu Ostern auch zugesagt ist. Das ist aber ein Vorgeschmack auf dieses Leben, das ganz uneingeschränkt so sein wird, wie Leben sein soll.

So ein Vorgeschmack würde uns heute ja erstmal reichen. Immerhin scheint es ja absehbar zu sein, dass auch der Stein weggerollt wird, der uns vom Leben und von anderen Menschen trennt. Aber wir sollten die Freiheiten, die sich am Horizont abzeichnen, nicht gleich wieder aufs Spiel setzen, indem wir allzu forsch ins Leben stürmen. Machen wir es lieber so wie Maria Magdalena und ihre Freundinnen. Sie laufen zwar vom Grab weg, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie allzu ungestüm ins Leben zurückgekehrt sind. Vor Angst zitternd bewegt man sich doch eher vorsichtig. Und so sollten wir in den nächsten Tagen und Wochen doch eher tastend den Weg zurück in die wiedergewonnene Freiheit und ins Leben wagen. Denn der Tod droht uns ja noch immer, auch wenn er nicht mehr das letzte Wort hat. Am Ende blüht uns das Leben. Das ist es, was wir Ostern feiern können, auch unter Corona-Bedingungen. Ostern sagt uns: Letztlich lässt sich das Leben nicht aufhalten.

 

Solo: Herr, wohin sonst sollten wir gehen?

Paulina Ries (nur in der Version zum Hören)

 

Gebet

Herr, ewiger und allmächtiger Gott.

In schwerer Zeit wenden wir uns an dich.

Wir danken Dir, dass Du lebst,

in Deinem Geheimnis, in Deiner Macht, in Deiner Ewigkeit.

Wir danken Dir, dass wir durch Deine Gnade leben dürfen.

Alles hast Du geschaffen, aus dem Nichts.

Alles willst Du erretten, aus dem Tod.

Alles, was Dir gehört, wirst Du heimführen in Dein Reich.

Alles, was lebt, lobt Deinen ewigen Namen.

 

Weil Du ein lebendiger und ein mächtiger Gott bist,

rufen wir Dich an für alle Geschöpfe, deren Leben bedroht ist:

für Kranke und Sterbende, für Alte, Einsame und Verzweifelte,

für Arbeitslose und Arme, für Hungernde und Verfolgte,

für alle, die unter Kriegen und Katastrophen leiden,

für bedrohte Völker, für aussterbende Arten,

für die ganze Erde, die zerstört und vergiftet wird:

Bewahre Deine Schöpfung,

rette Deine Geschöpfe,

beweise Deine Allmacht gegen die Macht des Todes

 

Weil Du ein lebendiger und ein mächtiger Gott bist,

rufen wir Dich an für alle, die Leben schützen und retten sollen:

für die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik,

in Wissenschaft und Verwaltung,

für Ärzte und Schwestern, für Richter und Anwälte

für Polizisten und Soldaten,

für alle Frauen und Männer bei ihrer Arbeit in Beruf und Familie:

lass sie dem Leben dienen,

hilf das Gemeinwohl fördern,

sorge für Frieden und Recht,

beweise Deine Allmacht gegen die Mächte des Bösen.

 

Weil Du ein lebendiger und ein mächtiger Gott bist,

rufen wir Dich an für alle, die die Botschaft des Lebens weiterzusagen haben:

für Deine Kirche in aller Welt,

für alle, die nach Dir suchen und Deine Spuren entdecken,

für verfolgte Gemeinden, für irrende Gewissen, für angefochtene Herzen:

gib Mut zum Bekenntnis des Glaubens,

gib Kraft für die Worte der Liebe,

gib Geduld und Festigkeit in der Hoffnung.

 

Deine Allmacht, Herr, ist der Grund unseres Lebens.

Deine Allmacht, Herr, ist der Trost unseres Leidens.

Deine Allmacht, Herr, ist das Ziel unserer Wege.

Nimm Dich unser gnädig an. Rette und erhalte uns.

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.

 

Ostermedley

von Thomas Fricke (nur in der Version zum Hören)




Kollekten in Zeiten von Corona

Da wir ja zurzeit keine Kollekte im Gottesdienst erbitten können, wollen wir Ihnen einen anderen Weg möglich machen, den Kollektenzweck des jeweiligen Sonntags zu unterstützen. Die Evangelische Kirche im Rheinland teilt dazu mit:

Kollekte online geht zu jeder Zeit

Die Kollekte ist Ausdruck tätiger Liebe und solidarischer Hilfe und geht auch in Zeiten der Corona-Pandemie: online über über das Spendenportal der KD-Bank. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Ein kurzer Text erläutert, für welchen Zweck die Kollekte jeweils bestimmt ist.

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