Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

Gottesdienst zum Nach-Lesen und Nach-Hören

13.12.2020 - 3. Advent

Da kommt was auf uns zu!


Hier finden Sie die Aufnahme des Gottesdienstes in der Kirche als Gottesdienst zum Nach-Hören und Nach-Lesen. Beide Versionen können Sie herunterladen, als Audio-Datei oder als Text-Datei. Sie können den Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst zum Nachlesen" an andere weiter.


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3. Advent 2020

Da kommt was auf uns zu!

 

Orgelvorspiel von Jan-Paul Götze

 

Votum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm

HERR, du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen;

denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist,

dass die Heiden den Namen des HERRN fürchten

und alle Könige auf Erden seine Herrlichkeit.

Denn er schaut von seiner heiligen Höhe,

der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

dass er das Seufzen der Gefangenen höre

und losmache die Kinder des Todes.

 

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

 

Lied: 8, 1-4 Es kommt ein Schiff geladen

 

Predigt von Pfr. Ulrich Ries

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.

Unser Predigttext heute steht in Jesaja 40.

Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden. Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte.

Da kommt was auf uns zu! Die Frage ist bloß: Was? Rollt die zweite und dritte Corona-Welle auf uns zu? Und spült sie Weihnachten einfach weg? Oder wirft Weihnachten seine Schatten voraus – und leuchtet uns entgegen? Was ist das bloß, was sich da ankündigt? Nein, wir wissen nicht, was kommt. Das ist das Wesen der Zukunft. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Wir wissen aber, wer kommt. Da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig. Er ist der Anfang und das Ziel allen Lebens.

Und wer sind wir, auf die da etwas zukommt? Wir Menschen sind ein Leben lang unterwegs, suchen neue Wege, verlaufen uns hin und wieder auf Irr- und Umwegen, müssen umkehren und uns neu orientieren. Doch eines ist für den glaubenden Menschen sicher: Der Lebensweg kennt ein Ziel - die Gemeinschaft mit Gott. Und im Blick auf Weihnachten bekennen wir, dass der Herr Jesus selbst der Weg und das Ziel ist. Er ist es, in dem Gott zu uns kommt. Und das ist jetzt nicht nur historisch gemeint, als das Geschehen damals im Stall, als Gott in seinem Sohn zu uns Menschen gekommen ist. Das ist auch nicht allein eine Perspektive, die weit in der Zukunft liegt, die das Weltende und Gotte Neue Welt im Blick hat. Dass Gott kommt, ereignet sich hier und jetzt!

Von daher hat die Adventszeit, hat das Warten, hat die Erwartung zwei Ziele. Die Wochen des Advent haben nur vordergründig Weihnachten als Ziel, die Feiertage, das Fest, das an die Ereignisse vor 2000 Jahren erinnert. Dahinter liegt als die Gemeinschaft mit Jesus als eigentliches Ziel, eine Gemeinschaft, die natürlich an Weihnachten tiefer als sonst deutlich werden kann. Das will sagen: Natürlich feiern wir Weihnachten die Geburt des Kindes vor 2000 Jahren. Sie ist der Anlass des Festes. Darauf bereiten wir uns in irgendeiner Weise in der Adventszeit vor. Aber dieses Weihnachtsfest ist bestenfalls eine Erinnerung an das, was eigentlich passieren sollte, ein Hinweis, ein Symbol dafür, dass Gott mir in meinem eigenen Leben begegnen will, dass er mir in Christus begegnen will. Das ist eine bedeutende Akzentverschiebung, denn hiermit wird ausgesagt: Der adventliche Weg auf Weihnachten hin lässt sich ohne Christus nicht mit Sinn erfüllen. Weihnachten feiern geht nicht ohne Jesus, dem Kind in der Krippe. Weihnachten geht aber vor allem nicht ohne Christus, den Auferstandenen, der sozusagen – bildlich gesprochen – vor meiner Tür steht.

Alles andere an Weihnachten ist angenehme Beigabe, Ausschmückung, Beiwerk, aber nicht mehr. Dieser weihnachtliche Glanz ist es, der jetzt infrage steht, den wir womöglich in diesem Jahr vermissen werden, aber darüber, ob Weihnachten stattfindet, entscheiden weder Tannenbaum, noch Weihnachtsessen, noch irgendein Ritus oder Brauchtum. Ob Weihnachten stattfindet, entscheidet allein Christus. Wenn er zu uns kommt, wenn wir ihm begegnen, dann ist Weihnachten, übrigens egal, zu welcher Jahreszeit.

Eine solche Ausrichtung von Weihnachten auf Christus hat Konsequenzen für die Gestaltung des Advent. Advent ist nicht nur Plätzchen backen, Geschenke kaufen und vielerlei Festvorbereitungen treffen. Advent ist nicht nur Vorbereitung auf das Fest, das an das Geschehen vor 2000 Jahren erinnert. Vielmehr ist Advent die Vorbereitung auf die Begegnung mit Christus in meinem Leben. Darum ist der Advent eher die Zeit, Bilanz zu ziehen: Wie steht es mit meinem Glauben und mit meinem Verhältnis zu Christus? Auf wen verlasse ich mich in meinem Leben? Auf Ihn? Oder lieber doch auf mich selbst? Oder auf wen sonst? Und zwar tatsächlich – nicht nur nach dem, was meine Lippen bekennen! Will ich eigentlich in Kontakt zu ihm kommen? Ist das nicht vielleicht viel zu unbequem? Bin ich bereit, mich auf ihn einzulassen? Im Blick auf unseren Predigttext, auf diesen prophetischen Ruf: Bereitet dem HERRN den Weg! bedeutet das: Wo bereite ich dem Herrn Wege in unsere Welt? Wo mache ich Krummes in mir gerade? Womit fülle ich die leeren Schluchten meines Lebens? Was sind Berge vor mir, die mir den Blick auf ihn verstellen oder gar den Weg zu ihm erschweren oder verhindern? Oder wo lasse ich mir bei alldem helfen, weil ich es allein ja sowieso nicht schaffe?

Der Advent kann und soll also zu einer Zeit der Neuorientierung werden, der neuen Beziehung zu Christus, der Neubesinnung auf ihn. So gewinnt der Advent einen besonderen Stellenwert im Kirchenjahr: Dass der Advent im Kirchenjahr am Anfang steht, macht dann in besonderer Weise Sinn. Er ist Hinführung und Vorbereitung – nicht nur auf das historische Fest, sondern auf den Herrn Jesus selbst. Ihn erwarten wir, seine Ankunft in unserem Leben! An Weihnachten ereignet sich diese Begegnung für jede und jeden aktuell! Der Herr Jesus verpasst uns nicht! Aber wir sind in Gefahr, ihn zu verpassen, wenn wir nicht auf diese Begegnung vorbereitet sind, wenn wir uns in allerlei Äußerlichkeiten verlieren, wenn wir all dem Beiwerk nachtrauern, das nicht möglich ist, anstatt mit ihm in unserem Leben zu rechnen. Er ist unaufhaltsam! Er kommt gewaltig! Und seine Herrlichkeit wird offenbart werden.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

 

Lied: 19, 1-3 O komm, du Morgenstern

 

Fürbitten

 

Wir bangen um das Weihnachtsfest, guter Gott.

Unsere Vorfreude kommt uns abhanden.

Angst beschleicht uns, vor dem Unbekannten –

und vor einander.

Doch bleibt die Gute Nachricht weiterhin gültig.

Sie gibt uns Hoffnung.

Du kommst in deinem Sohn zu uns.

Und wohin du kommst, Gott, da kehrt Frieden ein,

da werden Menschen verwandelt, zu hoffen und zu lieben,

sich zu freuen und sich geborgen zu fühlen.

Darum bitten wir dich: Komm auch zu uns!

 

Komm zu allen, die erschöpft sind und abgestumpft,

die nicht mehr an deine und unsere Liebe glauben können.

 

Komm zu allen, die einsam sind, die sich nicht mehr freuen können,

die keinen Menschen haben, der ihre Fragen teilt.

 

Komm zu allen, die ratlos sind und verzweifelt,

die leiden und keine Hoffnung mehr haben,

die sich ausgestoßen fühlen und nach Gemeinschaft sehnen.

 

Komm zu den vielen alten und jungen Menschen,

die keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen,

die nichts mehr mit sich und der Welt anzufangen wissen.

 

Komm zu allen, die in Streit und Unfrieden leben,

die grausamen, sinnlosen Kriegen ausgeliefert sind,

die hungern und frieren und obdachlos sind.

 

Komm zu uns, die wir uns danach sehnen,

dein Lob mit einem Munde zu singen.

Lass deine Liebe in uns Gestalt gewinnen.

 

Komm zu uns und erfülle uns mit deinem Frieden.

Dir sei Ehre in Ewigkeit.

 

Vater unser

 

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Segen

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.