Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

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Gottesdienst für zuhause

17. Mai 2020

So sollt ihr beten



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Gottesdienst für zuhause vom 17.05.20

So sollt ihr beten

 

 

Orgelvorspiel

von Jan-Paul Götze

 

Begrüßung

Genuschelt hinter Masken verhallen unsere Klagen genauso wie unser Dank ungehört, so haben wir den Eindruck. Ist es nicht unerhört, dass wir es Gott nicht zutrauen, hinter die Masken und sogar bis tief in unsere Herzen zu blicken? Wir hoffen darauf, dass er uns nun anspricht, wenn wir Gottesdienst feiern, zwar vereinzelt, aber doch in der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen zu allen Zeiten und an allen Orten, denn wir feiern auch diesen Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm 95

Auf, wir wollen dem HERRN zujubeln!

Lasst den Fels unserer Rettung hochleben!

Wir wollen mit Dank vor sein Angesicht treten!

Lasst ihn mit unseren Gesängen hochleben!

Denn ein großer Gott ist der HERR

und ein großer König über alle Götter.

In seiner Hand sind die Tiefen der Erde,

und die Höhen der Berge sind sein Besitz.

Ihm gehört das Meer – er selbst hat es gemacht,

und das Land – seine Hände haben es geformt.

Kommt, wir wollen niederfallen und beten!

Lasst uns vor dem HERRN niederknien, vor unserem Schöpfer!

Denn er ist unser Gott und wir sind sein Volk –

die Schafe, die er auf sein Weideland führt.

 

Lied: EG 501 – Wie lieblich ist der Maien

von Jan-Paul Götze

 

Predigt (von Pfr. Ulrich Ries)

„Mein Gott, musste denn das jetzt auch noch kommen? Haben wir nicht schon genug Probleme gehabt?“ Ich könnte mir vorstellen, dass der Allmächtige in diesen Corona-Zeiten eine Menge solcher oder ähnlicher Klagen zu hören bekommt. Viele Menschen werden ihm mit ihren Gebeten in den Ohren liegen. „Oh Gott“, wird so mancher seufzen, „wann kann ich endlich wieder ohne Maske auf die Straße gehen?“ Ein Stoßgebet. Andere werden sich gemeinsam mit ganzen Litaneien an Gott wenden. Wieder andere legen dem Barmherzigen ihre Familien und Freunde ans Herz, oder bitten für die Menschen, die immer und im Moment besonders übersehen werden. Wie halten Sie es mit dem Beten, meine Lieben? Sind Sie in Kontakt mit Gott, oder ist die Leitung gestört?

Ich muss aber auch zugeben, dass ich mir nicht sicher bin, ob wirklich bewusstes Beten zurzeit tatsächlich im Trend liegt. Wir werden es auch nicht sicher erfahren, schließlich ist das ja eine sehr persönliche Angelegenheit. Über die spricht man nicht so frei heraus, vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Andererseits heißt es ja: Not lehrt Beten. Und Not herrscht ja nun fast überall in irgendeiner Form. Vielleicht trauen sich ja auch manche nicht, sich an Gott zu wenden, wo man ihn so lange vergessen hatte.

Der Herr Jesus allerdings macht Mut zum Beten. Er lädt geradezu dazu ein, dem gütigen Vater im Himmel mit seinen Bitten in den Ohren zu liegen. Im Lukasevangelium erzählt er zur Verdeutlichung eine Geschichte: Stell dir vor, nachts um drei weckt dich dein Freund, weil er selber Besuch bekommen hat. Er selbst hat nichts zu Essen im Haus. Er will aber seiner Pflicht als Gastgeber nachkommen. Jetzt steht er bei dir vor der Tür und will ein paar Lebensmittel. Natürlich hast du keine Lust, aufzustehen und womöglich die ganze Familie zu wecken. Schließlich wirst du aber doch nachgeben und deinem Freund etwas zu Essen mitgeben, in dieser Situation vielleicht nicht, weil ihr befreundet seid, auf jeden Fall aber, weil er so unverschämt drängelt. So wie dieser lästige Freund können wir es auch machen und Gott mit unseren Bitten in den Ohren liegen. Und der Barmherzige wird sich erweichen lassen.

Mit anderen Worten, beim Beten können wir nicht viel falsch machen. Es gibt keine Lebenslage, in der Sie nicht beten können, meine Lieben, ob in der Kirche oder vor dem Einschlafen im Bett, ob unterwegs auf dem Fahrrad oder am Strand, ob am Arbeitsplatz oder im Stadion. Beten geht immer. Und übrigens ist es ja nicht nur ein Gebet, wenn ich für mich um etwas bitte. Ich kann auch für andere bitten. Fürbitte nennen wir das, wenn wir Gott die Welt ans Herz legen. Ich kann aber auch Gott klagen, was mich belastet. Ich kann ihm danken für das Gute, das mir im Leben widerfahren ist. Ich kann ihn loben, für die Schönheit seiner Schöpfung zum Beispiel. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass vielen Menschen in dieser Zeit nicht zum Danken zumute ist. Und so manchem bleibt das Lob Gottes im Hals stecken. Irgendwie scheint es mit dem Beten nicht so einfach zu sein, wie es auf den ersten Blick aussieht. Wie gut, dass Jesus da im Matthäusevangelium ein paar Tipps gibt. Da sagt er in der Bergpredigt:

Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Scheinheiligen: Sie stellen sich zum Beten gerne in den Synagogen und an den Straßenecken auf – damit die Leute sie sehen können. Amen, das sage ich euch: Sie haben damit ihren Lohn schon bekommen. Wenn du betest, geh in dein Zimmer und verriegel die Tür. Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. Sprecht eure Gebete nicht gedankenlos vor euch hin – so machen es die Heiden! Denn sie meinen, ihr Gebet wird erhört, weil sie viele Worte machen.

Macht es nicht so wie sie! Denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn darum bittet.

So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel …

(Mt 6, 5-9)

Wenn ich ihn richtig verstehe, dann meint Jesus, dass Beten hilfreich sein kann, dass Beten etwas bewirkt, dass Beten etwas verändert, wenn…, ja wenn man zwei entscheidende Missverständnisse über das Beten vermeidet.

Erstens sollen wir nicht beten wie die Scheinheiligen. Die tun es vor aller Augen, oft mit besonderer Hingabe, demonstrativ. Die wollen von den Mitmenschen gesehen werden. Und wenn man sie beobachtet, haben sie ihr Ziel erreicht. Und mehr gibt es dann auch nicht.

Der nächste Rat besteht darin, unsere Gebete nicht gedankenlos vor uns hin zu sprechen und dabei nicht viele Worte zu machen. Wir sollen also nicht versuchen, den Barmherzigen mit vielen Worten zu überreden, damit er unsere Wünsch erfüllt. Das ist auch gar nicht nötig, denn der Vater weiß, was wir brauchen, noch bevor wir ihn darum bitten können, ja, noch bevor uns bewusst wird, was wir wünschen.

Was wir vermeiden sollen, wissen wir jetzt. Aber wie kann Beten denn nun gelingen? „Wenn du betest, geh in dein Zimmer und verriegel die Tür. Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.“ Offenbar ist es hilfreich, Ablenkung zu vermeiden. Dann kann man sich besser konzentrieren. Wir kennen das von der Meditation. Und was ist das Gebet anderes als Meditation. Ein bisschen Ruhe und Zurücktreten von der Hektik des Alltags ist sinnvoll, weil es in der Ruhe leichter fällt, auf Gott zu hören, denn unser Gebet ist immer Antwort darauf, längst von Gott angesprochen zu sein.

Im Verborgenen ist Gott zu finden. Und was wäre mehr verborgen als unsere Herzen, die wir nur zu ganz besonderen Gelegenheiten ganz besonderen Menschen öffnen. Hier finden wir Gott. Und er hat uns immer schon angesprochen. Er hat immer schon Ja zu uns gesagt. Was sollen wir da noch viele Worte machen? Im Grunde reicht: Ja. Amen. So soll es sein!

Eine solche Begegnung mit Gott verändert die Welt, aber nicht, weil der Allmächtige uns all unsere Wünsche erfüllt. Eine Begegnung mit Gott verändert die Welt, weil diese Begegnung uns, die Beterinnen und Beter, verändert – und mit uns dann auch die Welt. Nach der Begegnung mit dem Urgrund unseres Lebens werden wir eine neue Sicht der Dinge haben und eine neue Perspektive in die Welt hineintragen, und wenn es nur die Einsicht ist, dass wir die Welt nicht besser machen können, als Gott sie bei der Schöpfung gemeint hat. Darum muss sich nicht die Welt unseren Vorstellungen anpassen, sondern wir nehmen unser Leben in seiner Schöpfung aus Gottes Hand.

Das ist etwas anderes als die Erfüllung unserer Wünsche. Die sollten wir allerdings auch nicht von Gott erwarten, nur weil wir so schön beten. Wir sollten uns von der Erwartung verabschieden, dass unsere Gebete den Allmächtigen dazu bewegen, die Welt zu verändern, indem er die Naturgesetze außer Kraft setzt und Wunder geschehen lässt. Lieber sollten wir endlich offen dafür werden, dass das Beten uns verändert.

Und wenn wir nicht wissen, was wir im Gebet sagen sollen, dann können wir uns in Worten wiederfinden, die andere vor uns formuliert haben. Lesen Sie doch mal in den Psalmen, meine Lieben. Oder wir beten mit den Worten, die Jesus uns vorschlägt, weil sie immer die richtigen Worte sind, das Vaterunser.

Also, meine Lieben, mein Resümee zum Beten. Es spricht nichts dagegen, Gott in den Ohren zu liegen, wenn Ihnen danach ist. Demonstratives Beten scheint hingegen nicht angemessen zu sein. Beten kann aber auch bedeuten, sich zurückzuziehen und vor allem zu hören. Und das Vaterunser ist ein sicheres Geländer, an dem man sich festhalten kann, wenn einem keine eigenen Worte einfallen.

 

Lied: Amazing Grace

von Clara Marianna Siregar (Indonesien) und Mitgliedern unserer Band

 

Gebet

Gott, zu dir rufe ich in der Frühe des Tages.

Hilf mir beten

und meine Gedanken sammeln zu dir.

Ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.

Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.

Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist der Friede.

In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld.

Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.

(Dietrich Bonhoeffer)

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.

 

Kollekten in Zeiten von Corona

Da wir ja zurzeit keine Kollekte im Gottesdienst erbitten können, wollen wir Ihnen einen anderen Weg möglich machen, den Kollektenzweck des jeweiligen Sonntags zu unterstützen. Die Evangelische Kirche im Rheinland teilt dazu mit:

Kollekte online geht zu jeder Zeit

Die Kollekte ist Ausdruck tätiger Liebe und solidarischer Hilfe und geht auch in Zeiten der Corona-Pandemie: online über über das Spendenportal der KD-Bank. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Ein kurzer Text erläutert, für welchen Zweck die Kollekte jeweils bestimmt ist.

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