Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

Gottesdienst für zuhause

19. April 2020

Sie können den "Gottesdienst für zuhause" in der Version zum Hören und als Text-Datei herunterladen. So können Sie ihn bequemer lesen. Sie können den Gottesdienst aber auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst für zuhause" an andere weiter.


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Gottesdienst für zuhause am 19. April 2020

Fürchte dich nicht!

 

Orgelvorspiel

von Jan-Paul Götze (nur in der Version zum Hören)

 

Begrüßung

Nur langsam kündigen sich Erleichterungen im Alltag an, doch die Beunruhigung bleibt. Hin- und hergerissen suchen wir nach dem, was trägt, und wir suchen es im Gottesdienst, den wir immer noch vereinzelt und isoliert feiern. Und doch feiern wir ihn in der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen zu allen Zeiten und an allen Orten, denn wir feiern auch diesen Gottesdienst für zuhause:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm 91

Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt,

wer im Schatten des Gewaltigen übernachtet –

der sagt wie ich über den HERRN:

»Meine Zuflucht ist er und meine Burg,

mein Gott, ihm will ich vertrauen!«

Er breitet seine Schwingen aus über dir.

Unter seinen Flügeln findest du Schutz.

Wie ein Schild schützt dich seine Treue,

wie eine Schutzmauer umgibt sie dich.

Du brauchst dich nicht zu fürchten:

weder vor der Pest, die sich heimlich ausbreitet –

noch vor den Seuchen, die offen wüten.

Kein Unheil wird über dich hereinbrechen

und kein Schicksalsschlag wird dein Zelt treffen.

Denn er hat seinen Engeln befohlen,

dich zu beschützen, wohin du auch gehst.

 

Lied: Von guten Mächten treu und still umgeben

gesungen von Paulina Ries

 

Predigt von Pfr. Ulrich Ries

Ich möchte Ihnen, meine Lieben, heute mal von mir erzählen, nämlich davon, was mich in diesen Corona-Zeiten der Bedrohung, der Einschränkung, der Isolation trägt. Was gibt mir Halt, nicht nur im Moment, aber jetzt gerade besonders? Meine Antwort: Das Wort!

Doch lassen Sie mich darauf ein wenig tiefer eingehen, damit verständlich wird, was ich meine. Einer meiner Professoren im Studium hat an solchen Stellen immer gesagt: „Geben Sie acht! Jetzt wird´s philosophisch.“ Das Wort also. Worte haben ganz unterschiedliche Funktionen. Mit Worten kann ich halbwegs neutral über Sachverhalte informieren. Mit Worten können wir appellieren. Auch das erleben wir im Moment ganz oft: „Halten Sie sich an die Abstandsregeln!“ Mit Worten kann man etwas erklären.

Über all das hinaus gibt es aber noch eine weitere Funktion. Es gibt nämlich Worte, die etwas bewirken. Sie kennen das alle, meine Lieben. Wenn Sie nämlich zum Beispiel zu einem Menschen sagen: „Ich liebe dich!“, dann ist das ja keine neutrale Information wie: „Draußen regnet es.“ Und auch wenn wir so etwas eine Liebeserklärung nennen, dann handelt es sich nicht darum, dass ich einem oder einer anderen meine Gefühle verständlich machen möchte. Wenn ich sage: „Ich liebe dich!“, dann ereignet sich diese Liebe im Moment des Aussprechens. Und mit diesem Wort möchte ich ja auch Liebe wecken. Ein noch deutlicheres Beispiel kommt aus einem nicht ganz so angenehmen Lebensbereich. Auch ein Richter gibt keine rein sachliche Information weiter, wenn er sagt: „Angeklagter, ich erkläre Sie für schuldig.“ Auch dieses Wort bewirkt etwas. Bevor es gesprochen wurde, galt der Angeklagte als unschuldig. Jetzt ist er schuldig. Das Wort des Richters hat den Status eines Menschen verändert. Das Wort hat etwas bewirkt. Und wenn Gott zu Abraham sagt: „Ich will dich segnen.“ (1. Mos. 12, 2), dann ist das keine beiläufige Mitteilung. Indem Gott das sagt, ereignet sich dieser Segen, und das hat konkrete Folgen für Abraham. Er wird viele Nachkommen haben und die werden in einem eigenen Land wohnen. Worte können also etwas bewirken. Sie können auch Kraft oder Halt geben.

Ich habe darüber nachgedacht, ob ich ein solches Wort habe, das mir Halt gibt. Und ich habe keines gefunden, zunächst. Nun bin ich kein besonders ängstlicher Mensch. Woher kommt das? Ich glaube, dass mir meine Eltern in der Kindheit ein hohes Maß an Sicherheit und Geborgenheit vermittelt haben. Und ich bin eng verbunden mit dem katholischen Glauben aufgewachsen. Und da fällt mir aus meiner Kindheit jetzt doch ein Wort ein, ein Lied: Maria breit´ den Mantel aus. Mach Schutz und Schirm für uns daraus. Lass uns darunter sicher steh´n, bis alle Stürm´ vorüber geh´n. Das entspricht so ziemlich meinem Lebensgefühl, auch heute noch, beschützt und behütet wie unter einem weiten Mantel. Nur glaube ich heute nicht mehr, dass ich für diesen Schutz der Hilfe der Gottesmutter bedarf. Dieser Gedanke ist mir fremd geworden. Ich glaube heute, dass Gott selbst mich behütet. Deshalb ist mir im Laufe der Zeit ein Bibelwort wichtig geworden, in dem ich mich wiederfinde. Es steht im Buch des Propheten Jesaja und ist weithin bekannt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jes 43, 1) Und tatsächlich fürchte ich mich nur selten, obwohl ich natürlich auch die Erfahrung gemacht habe, dass mein Leben immer wieder bedroht sein kann. Ganz besonders habe ich das zu spüren bekommen, als ich im Alter von sechzehn Jahren an Malaria erkrankt war. Aber ich habe sie überlebt. Und natürlich ist auch sonst in meinem Leben nicht immer alles glatt gelaufen. Es gab Rückschläge und Tiefpunkte, aus denen ich aber immer wieder herausgekommen bin, aus denen mir herausgeholfen wurde, wie ich im Rückblick sage. Deshalb ist mir nicht nur das „Fürchte-dich-nicht!“ wichtig, sondern auch die nachfolgenden Sätze: „Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen, denn ich bin der Herr, dein Gott.“ (Jes. 43, 2+3) Es ist also nicht so, dass mir nichts Schlimmes passieren kann, aber ich muss mich trotzdem nicht fürchten, weil Gott dafür sorgt, dass ich nicht untergehe. Dieses Wort aus Jes. 43 bewirkt, dass ich mich daran erinnere, wie behütet und geborgen ich mich fühle. So ein Wort kann auch durch Corona-Zeiten tragen.

Ich kann Sie nur einladen, meine Lieben, sich auch ansprechen zu lassen von Gottes Wort, Ihr eigenes, persönliches Wort zu finden, das Sie trägt. Wenn Sie es noch nicht gefunden haben, lesen Sie doch mal in den Psalmen. Die sind eine reichhaltige Quelle mit Worten, die tragen. Ich finde übrigens auch die Lieder von Paul Gerhard stark. Der lebte in Zeiten des dreißigjährigen Krieges, in denen auch die Pest tobte. Er verlor früh seine Eltern. Nur eines seiner fünf Kinder überlebte. Seine Frau starb nach zwölf Ehejahren. Und dennoch konnte er Sätze formulieren wie:

BEFIEHL du deine Wege
und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege
des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn
der wird auch Wege finden,
da dein Fuß gehen kann.

Lassen Sie sich auch ansprechen von starken Worten, die wirken. Dann kommen bestimmt auch Sie besser durch diese bedrückenden Corona-Zeiten. Solche Worte wirken übrigens besser, wenn man sie laut liest, und zwar nicht nur einmal. Machen Sie es doch so. Wenn Sie sich durch ein Wort angesprochen fühlen, dann nehmen Sie es mit auf einen Spaziergang. Murmeln Sie Ihr Wort unablässig vor sich hin und lassen Sie sich in der Geschwindigkeit Ihrer Schritte vom Rhythmus des Wortes leiten. Natürlich geht das auch ohne Spaziergang, einfach in Ihrem Alltag, aber ohne Ablenkung fällt es leichter, sich zu konzentrieren. Auf diese Weise kann das Wort in Ihnen Raum greifen und Wirkung entfalten. Das ist eine alte christliche Meditationstechnik.

Also meine Lieben, lassen Sie sich nicht unterkriegen, sondern durch diese Zeiten tragen von Gottes Wort.

 

Orgel: Auf, auf, mein Herz, mit Freuden (EG 112)

von Jan-Paul Götz (nur in der Version zum Hören)

 

Gebet

Auf, auf, mein Herz,
mit Freuden nimm wahr,
was heut geschieht;
wie kommt nach großem Leiden
nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt
da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist
gen Himmel ist gereist.

Er war ins Grab gesenket,
der Feind trieb groß Geschrei;
eh er
´s vermeint und denket,
ist Christus wieder frei
und ruft Viktoria,
schwingt fr
öhlich hier und da
sein F
ähnlein als ein Held,
der Feld und Mut beh
ält.

Die Welt ist mir ein Lachen
mit ihrem großen Zorn;
sie zürnt und kann nichts
machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht
mein Herz und Angesicht;
das Unglück ist mein Glück,
die Nacht mein Sonnenblick.

(Paul Gerhard)

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.

 

Kollekten in Zeiten von Corona

Da wir ja zurzeit keine Kollekte im Gottesdienst erbitten können, wollen wir Ihnen einen anderen Weg möglich machen, den Kollektenzweck des jeweiligen Sonntags zu unterstützen. Die Evangelische Kirche im Rheinland teilt dazu mit:

Kollekte online geht zu jeder Zeit

Die Kollekte ist Ausdruck tätiger Liebe und solidarischer Hilfe und geht auch in Zeiten der Corona-Pandemie: online über über das Spendenportal der KD-Bank. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Ein kurzer Text erläutert, für welchen Zweck die Kollekte jeweils bestimmt ist.

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