Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

Gottesdienst für zuhause

21. Mai 2020 - Christi Himmelfahrt


Erwachsen werden



Sie können den "Gottesdienst für zuhause" in der Version zum Hören und als Text-Datei herunterladen. So können Sie ihn bequemer lesen. Sie können den Gottesdienst aber auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst für zuhause" an andere weiter.


zum Hören


Download der Audio-Version

Gottesdienst zum Hören Christi Himmelfahrt
Gottesdienst zum Hören 21.05.20.MP3 (19.2MB)
Gottesdienst zum Hören Christi Himmelfahrt
Gottesdienst zum Hören 21.05.20.MP3 (19.2MB)










Download der Text-Datei



Gottesdienst für zuhause Christi Himmelfahrt
Gottesdienst für zuhause 21.05.20 - Christi Himmelfahrt.pdf (202.57KB)
Gottesdienst für zuhause Christi Himmelfahrt
Gottesdienst für zuhause 21.05.20 - Christi Himmelfahrt.pdf (202.57KB)











Gottesdienst für zuhause vom 21.05.2020 - Christi Himmelfahrt

Erwachsen werden

 

 

Orgelvorspiel

von Jan-Paul Götze

 

Begrüßung

Sollte der Himmel etwa tatsächlich leer sein? Nein, der Himmel ist da, wo Christus ist, und der ist jetzt mitten unter uns, denn wir feiern Gottesdienst und wir feiern ihn in der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen zu allen Zeiten und an allen Orten, denn wir feiern auch diesen Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm 47

Ihr Völker: Klatscht in die Hände!

Begrüßt Gott mit fröhlichem Jubel!

Denn der HERR ist der Höchste.

Unter festlichem Jubel ist Gott hinaufgezogen.

Hörner erschallen beim Einzug des HERRN.

Singt für Gott und musiziert!

Singt für unseren König und musiziert!

Denn Gott ist König über die ganze Welt.

Singt bei seinem Einzug ein kunstvolles Lied!

Gott hat seine Herrschaft über die Völker angetreten.

Er hat Platz genommen auf seinem heiligen Thron.

Die Fürsten der Völker sind versammelt –

als ein Volk unter dem Gott Abrahams.

Denn Gott unterstehen die Schilde der Erde.

Er steht hoch über der ganzen Welt.

 

Lukasevangelium Kapitel 24, 50-53

Jesus führte die Jünger aus der Stadt hinaus bis nach Betanien. Dann hob er die Hände und segnete sie. Und dann, während er sie segnete, entfernte er sich von ihnen und wurde zum Himmel emporgehoben. Sie warfen sich vor ihm auf die Knie. Dann kehrten sie voller Freude nach Jerusalem zurück. Sie verbrachten die ganze Zeit im Tempel und lobten Gott.

 

Lied: EG 510 - Freuet euch der schönen Erde

von Jan-Paul Götze

 

Predigt (von Pfr. Ulrich Ries)

Himmelfahrt, Jesus verabschiedet sich von seinen Jüngern und kehrt zum Vater zurück. Der Lehrer, der Anführer lässt die zurück, die ihm gefolgt waren. Und er gibt ihnen noch einen Auftrag. Die Jünger sollen den Menschen von ihm ausrichten, dass ein anderes Leben, ein besseres Leben, ein Neuanfang möglich ist. Sie kennen so etwas, meine Lieben. Vermutlich haben Sie es schon selber erlebt, oder es steht Ihnen noch bevor. Nur funktioniert es bei uns Menschen normalerweise genau andersherum. Hier in der Bibel zieht der Meister um und kehrt zum Vater zurück. Bei uns sind es die Kinder, die die Eltern verlassen und umziehen. Wenn sie selbständig werden, verabschieden sich die Kinder und verlassen das Haus. Die Kinder emanzipieren sich. Sie müssen auf eigenen Füßen stehen. Sie werden erwachsen.

Dem Herrn Jesus ist auch klar, dass seine Jünger erwachsen werden müssen. Deshalb geht von ihm die Initiative aus. Er stellt seine Jünger auf eigene Füße, schmeißt sie sozusagen raus, entzieht ihnen aber nicht sein Wohlwollen. Zum Zeichen dafür segnet er sie noch einmal. Im Segen sagt er dauernde Unterstützung zu, so wie Eltern ihre Kinder natürlich auch noch unterstützen, wenn sie ausgezogen sind. Wie Jesus sind die Eltern weg, wenigsten räumlich - und bleiben trotzdem erreichbar. Das sind die Bedingungen, in denen ein Mensch erwachsen werden kann.

Wäre Jesus bei seinen Jüngern geblieben - vielleicht bis in unsere Tage, wären die Christen nie erwachsen geworden. Vieles wäre einfacher gewesen. Wir müssten uns nicht so viele Gedanken machen, so viele Entscheidungen treffen und diese dann auch noch umsetzen. Wir könnten einfach die Anweisungen des Herrn Jesus abwarten und dann versuchen, entsprechend zu handeln. Aber wir wären dann immer noch in kindlicher Abhängigkeit, könnten uns nicht zu einzelnen Persönlichkeiten entwickeln, hätten nicht die Chance, unsere eigenen Fehler zu machen.

Und nur eigenständigen Menschen kann man auch Aufträge geben, wie den, Zeuge zu sein,

Zeuge der Liebe Gottes. Und weil wir alle anders sind, sieht unser Zeugnis auch je anders aus. Darum ist das Bild der Liebe Gottes ein ganz buntes.

Natürlich kann das Erwachsen-Werden auch schmerzhaft sein, so wie es nicht immer einfach ist, zum ersten Mal allein in der eigenen Wohnung zu sein, womöglich in einer fremden Stadt, in der man noch niemanden kennt. Da fühlt man sich schonmal von Gott und der Welt verlassen. Oder man kann oder will nicht recht wahrhaben, dass trotz des Abschieds die Verbindung zu den Eltern ja nicht abgerissen ist.

Auch die Verbindung zum Herrn Jesus ist nicht abgerissen. Sein nicht enden wollender Segen hat die Jünger begleitet. Dieser Segen begleitet auch uns. Er gibt uns die nötige Sicherheit, die ersten eigenen wankenden Schritte zu tun, den eigenen Weg zu suchen. Er gibt uns den Rückhalt, Wagnisse einzugehen. So wichtig es ist, eigene Entscheidungen zu fällen, ohne den Segen ginge nichts, ohne den Segen würden unsere Pläne fehlschlagen. Und da, wo sie gelingen, spüren wir, dass wir mit dem Segen Gottes leben. Da, wo Liebe gelingt, spüren wir Gottes Segen. Da, wo Beziehungen wachsen, spüren wir Gottes Segen. Da, wo Leben wächst, spüren wir Gottes Segen. Und: Da wo unser Leben Früchte trägt auch für andere, da geben wir diesen Segen weiter.

Aber natürlich ist das manchmal auch mühsam, meine Lieben. Weil wir erwachsen sind, müssen wir unser Leben selber organisieren. Wir müssen Entscheidungen treffen, manchmal ohne die Folgen absehen zu können. Welchen Weg will ich gehen? Welchen Beruf will ich ergreifen? Wer ist der richtige Lebenspartner? Wie bereite ich meine Kinder auf die Selbständigkeit vor? Wie kann ich dazu beitragen, meinen Kindern und Enkeln eine lebenswerte Welt zu hinterlassen?

Genau so schwierig sind die Fragen, die unsere Kirche betreffen. Wie gestalten wir unsere Gemeinden? Wie sagen wir die Botschaft des Herrn Jesus weiter, dass Leben auch ganz anders und zwar viel besser aussehen kann? Wie machen wir die Liebe Gottes erfahrbar? Und weil wir Menschen so unterschiedlich sind, müssen wir uns auf Antworten einigen. Deshalb fallen die Antworten dann auch von Gemeinde zu Gemeinde ganz unterschiedlich aus. Und so ergibt sich ein buntes Bild von Kirche, das die vielen Facetten Gottes widerspiegelt.

Erwachsen werden müssen wir auch in diesen Corona-Zeiten, meine Lieben. In den ersten Wochen wurden uns die Entscheidungen abgenommen. Da gab es feste Regeln vom Staat. Jetzt werden die Regeln mehr und mehr gelockert und wir müssen je für uns entscheiden, welches Verhalten wir selbst verantworten können. Da hilft es nichts, wie pubertierende Jugendliche auf die Eltern, Verzeihung, auf die Regierung zu schimpfen. Es hilft auch nicht, ein Aluhütchen aufzusetzen oder lauthals die Tür zuzuschmeißen. Es ist auch nicht gerade erwachsen, gegen Verbote zu protestieren, die längst nicht mehr in Kraft sind, denn sonst wären die Demonstrationen gar nicht erlaubt.

Nein, wir sind erwachsen und müssen selbst entscheiden, was wir tun und lassen, was wir verantworten können und was nicht. Aber – und dieses Aber ist ein ganz fettes Aber – aber zu einer erwachsenen Entscheidung gehört auch, dass ich meinen Entschluss begründe. Es reicht nicht mehr aus, wie in der Kindheit zu sagen: „Das will ich nicht! Das finde ich blöd!“ Diese Begründung ist für Erwachsene dann doch ein bisschen dünn.

Wenden wir das doch mal auf die Frage an, wann es wieder verantwortbar ist, Gottesdienste in der Kirche zu feiern. Diese Entscheidung mussten alle Presbyterien fällen. Wir haben erst einmal festgestellt, dass uns die sogenannten Präsenz-Gottesdienste fehlen, weil sie ein ganz wichtiges Zentrum unserer Kirchengemeinden darstellen. Und auch wenn wir von zuhause aus Gottesdienste wie diesen hier anhören oder sogar ansehen können, fehlt doch die Gemeinschaft. Deshalb wollen wir natürlich auch in Katzenfurt und Daubhausen wieder in den Kirchen zusammenkommen. Doch müssen in diesen Corona-Zeiten besondere Regeln gelten. Über die können Sie sich auf der Homepage informieren. Unter diesen Voraussetzungen halten es die Presbyterien für verantwortbar, ab Pfingsten wieder Gottesdienst in den Kirchen zu feiern, so lange es die Pandemie erlaubt. Ich finde, das ist eine sehr erwachsene Entscheidung.

Und wir werden noch viele Gelegenheiten haben, uns als erwachsen zu erweisen, meine Lieben, denn wir können an vielen Stellen des Lebens neu entscheiden, ob nach der Pandemie das Leben tatsächlich einfach wieder so werden soll, wie es vorher war. Es gibt gute Gründe nicht da wieder anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben. Mit vielen unserer Verhaltensweisen haben wir zum Beispiel unsere Umwelt zu stark belastet. Und wir haben doch auch gemerkt, dass uns unsere sozialen Kontakte mehr gefehlt haben, als wir es uns in Vor-Corona-Zeiten in unserem Individualismus vorstellen konnten. Wir werden noch viele Gelegenheiten haben, uns wie Erwachsene zu verhalten, manchmal sogar, wenn wir der Sand im Getriebe sind, der die Gesellschaft daran hindert, einfach weiter zu machen und dabei zu tun, als sei nichts gewesen.

 

Lied: Keinen Tag soll es geben

von Paulina Ries

 

Gebet

Gott, wir brauchen auch weiterhin deine Begleitung.

Wir brauchen die Orientierung, die du uns in deinem Sohn gegeben hast.

Wir brauchen deinen Segen,

denn ohne ihn sind unsere Bemühungen zum Scheitern verurteilt.

Hilf uns, erwachsen zu werden.

Lass Hilfsbereitschaft einkehren,

wo Eigensinn und Habgier herrschen.

Lass gegenseitige Achtung einkehren,

wo Überheblichkeit und Geringschätzung herrschen.

Lass Freiheit einkehren,

wo Unterdrückung und Abhängigkeit herrschen.

Lass Friede einkehren,

wo Gewalt und Terror herrschen.

Lass Vernunft und Verantwortungsbewusstsein einkehren,

wo Willkür und Leichtsinn herrschen.

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.


 

Kollekten in Zeiten von Corona

Da wir ja zurzeit keine Kollekte im Gottesdienst erbitten können, wollen wir Ihnen einen anderen Weg möglich machen, den Kollektenzweck des jeweiligen Sonntags zu unterstützen. Die Evangelische Kirche im Rheinland teilt dazu mit:

Kollekte online geht zu jeder Zeit

Die Kollekte ist Ausdruck tätiger Liebe und solidarischer Hilfe und geht auch in Zeiten der Corona-Pandemie: online über über das Spendenportal der KD-Bank. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Ein kurzer Text erläutert, für welchen Zweck die Kollekte jeweils bestimmt ist.

Folgen Sie dem Link: