Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

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Gottesdienst zum Nach-Lesen und Nach-Hören

21. Juni 2020

Dieses Angebot können Sie gar nicht ablehnen.



Hier finden Sie die Aufnahme des Gottesdienstes in der Kirche als Gottesdienst zum Nach-Hören und Nach-Lesen. Beide Versionen können Sie herunterladen, als Audio-Datei oder als Text-Datei. Sie können den Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst zum Nachlesen" an andere weiter.





Gottesdienst zum Nach-Lesen




 

 

 



Gottesdienst zum Nach-Hören










Gottesdienst zum Nach-Lesen vom 21. Juni 2020

 Dieses Angebot können Sie gar nicht ablehnen.

Orgelvorspiel
von Jan-Paul Götze
 
Begrüßung
Wir feiern nun Gottesdienst, auch wenn die Umstände noch immer ungewöhnlich sind. Und auch diesen Gottesdienst feiern wir
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
 
Psalm 36
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe.
Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott,
dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
 
Lied: EG 179 Allein Gott in der Höh sei Ehr
von Jan-Paul Götze
 
Predigt (von Pfr. Ulrich Ries)
Jes 55, 1-5
1 Auf, ihr Durstigen, kommt zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft Getreide und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!
2 Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und euren sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben.
3 Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben.
4 Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt, zum Fürsten für sie und zum Gebieter.
5 Siehe, du wirst Völker rufen, die du nicht kennst, und Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN willen, deines Gottes, und des Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.
 
Erleben wir hier einen Schlussverkauf, meine Lieben? Sale heißt das heute. Man kommt sich fast vor wie auf dem Hamburger Fischmarkt. Da gibt es sie, diese Marktschreier. Los, ihr Durstigen! Hier gibt es Wasser! Auch wer kein Geld hat, kann kommen! Kauft euch zu essen! Es kostet nichts! Kommt, Leute, kauft Wein und Milch! Zahlen braucht ihr nicht! Wenn man so etwas hört, wird man ganz automatisch misstrauisch. Es soll etwas umsonst geben? Unsere Erfahrung lehrt uns, dass die Rechnung später kommt. Und sie fällt dann höher aus als normal. In unserer Welt gibt es nichts umsonst. Und wenn es denn tatsächlich einmal so sein sollte, dann hat es keine Qualität. Eine alte rheinische Weisheit sagt: Was nichts kostest, taugt auch nichts!
Hier allerdings könnte es anders sein, denn wir hören keinen Marktschreier. Hier kommt kein Marketingexperte zu Wort. Hier spricht kein zwielichtiger Teppichhändler oder Autoverkäufer. Es handelt sich auch nicht darum, dass uns jemand einen versteckten Kredit unterjubeln möchte. Hier kommt Gott selbst zu Wort. Er spricht durch den Propheten Jesaja zu seinem Volk, dass schon in zweiter Generation im babylonischen Exil lebte. Nach anfänglichen Klagen hatte sich Israel ganz gut mit der Situation arrangiert. Sie kamen in diesem prosperierenden Reich zurecht. Allerdings hatte das seinen Preis. Das bedeutet nun aber auch, dass mit diesen Worten nicht wir angesprochen sind, die wir zweieinhalb tausend Jahre später leben und eben nicht zum Volk Israel gehören. Wir sind keine Juden und also nicht eingeladen, jedenfalls nicht direkt. Wir gehören nicht zu den Premiumkunden, den VIPs, die schon vorab von den Sonderangeboten erfahren. Aber wir müssen auch nicht außen vor bleiben, denn „du wirst Völker rufen, die du nicht kennst, und Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN willen.“ (Vers 5) Etwas anders ausgedrückt sagt Gott zu seinem Volk: Durch euch sollen jetzt fremde Völker mich kennenlernen. Und diese fremden Völker, das sind unter anderen wir.
Besonders angerührt hat mich aber diese Frage in Vers 2: „Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und euren sauren Verdienst für das, was nicht satt macht?“ Die Frage ist berechtigt. Warum geben wir unser Geld aus für Brot, das nichts taugt, und unseren sauer verdienten Lohn für Nahrung, die nicht satt macht? Tun wir das tatsächlich?
Sehen Sie mal, meine Lieben, meistens geht es doch so. Wir rackern uns Tag für Tag ab und meinen dann, wir hätten uns jetzt aber auch mal was verdient. Und dann gehen wir los und leisten uns was, einmal im Leben ein schönes Haus, alle paar Jahre ein neues Auto, zweimal im Jahr mal Shoppen gehen, einmal die Woche in ein schönes Restaurant. Soll sein, soll sein! Solange wir darüber nicht vergessen, dass das ja noch nicht alles gewesen sein kann. Da fehlt doch immer noch etwas, und das gibt es ja dann tatsächlich umsonst – oder gar nicht. Ich denke da vor allem an alles, was im weitesten Sinne mit Liebe und Beziehungen zu tun hat. Dass man Nähe nicht kaufen kann, haben wir spätestens während des Lockdowns schmerzlich zu spüren bekommen.
Aber auch andere Dinge bleiben unverfügbar, selbst wenn wir vorher dafür bezahlt haben. So kaufen wir ja normalerweise unsere Lebensmittel, aber ob sie uns schmecken, können wir vorher nicht sagen. Wir bezahlen für unseren Urlaub, aber ob er gelingt, haben wir nur sehr teilweise in der Hand. Sehen Sie mal, was bringt das schönste Alpenpanorama, wenn es drei Wochen nur regnet? Oder wir zahlen gutes Geld für das Fitnessstudio. Ob wir dann allerdings auch abnehmen, bleibt doch sehr im Ungewissen, selbst wenn wir viel Mühe investiert haben. Wir investieren also eine Menge, um unseren Lebenshunger und unseren Lebensdurst zu stillen. Die Einladung Gottes aber überhören wir geflissentlich.
Und ich muss ja auch gestehen, was wir da zu Hören bekommen, ist doch eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Das hört sich doch sehr nach paradiesischen Verhältnissen an. Dort, im Garten Eden, war zum letzten Mal für Menschen alles umsonst. Das Leben kostete noch nicht einmal Anstrengung. Aber der Herr selbst hat ja dafür gesorgt, dass das Leben Mühe und Arbeit darstellt, nachdem die Menschen selbst werden wollten wie Gott. Und seither leben wir jenseits von Eden. Da gibt es nichts geschenkt.
Oder eben doch! Aber kommen wir noch einmal kurz auf das Volk Israel zurück, dem diese Einladung zu allererst gegolten hat. Die hatten nichts dafür getan, bekamen aber dann doch die Erlaubnis, in die Heimat zurückzukehren. Die leuchtete ihnen am Horizont auf einmal auf wie das Paradies, das Land, in dem Milch und Honig fließen. Heimat ist ja auch so etwas, das man sich nicht kaufen kann. Dass ich mich irgendwo zuhause fühle, hängt von so vielen Faktoren ab, die ich nicht in der Hand habe, die unverfügbar sind. Heimat ist nicht in erster Linie eine Frage der Geographie. Das haben auch die Juden gemerkt, als sie nachhause kamen. Jetzt waren sie zwar wieder im Land ihrer Vorfahren, aber das sah nicht nach Paradies aus. Der Tempel war zerstört, Jerusalem verfallen. Da wartete eine Menge Arbeit auf die Rückkehrer. Die mussten noch einiges investieren. Aber ich vermute mal ganz stark, dass sie von dem erhofften Paradies immer mal wieder einen Vorgeschmack zu spüren bekommen haben. Sie haben erlebt, dass die harte Arbeit nicht vergeblich war. In der neuen alten Nachbarschaft haben sie sich nicht mehr fremd gefühlt im eigenen Leben. Sie mussten nicht mehr unstet und flüchtig leben und sich danach sehnen, irgendwo wirklich anzukommen.
All das ist auch heute noch nicht nur unbezahlbar, sondern nicht zu kaufen. Ein Leben, das nicht entfremdet ist, ein erfülltes Leben mit gelingenden Beziehungen, ein Leben, das so ist, wie Leben eben sein soll, finden wir nur, wenn wir der Einladung Gottes folgen und uns von ihm beschenken lassen. „Kommt her zu mir!“, ruft Gott auch uns. „Höret, so werdet ihr leben!“
Amen.
 
Lied: EG 263 Sonne der Gerechtigkeit
von Jan-Paul Götze
 
Gebet
Menschenfreundlicher Gott,
die Welt, wie wir sie kennen, macht uns zu schaffen,
aber deine neue Welt wartet ja auf uns.
In sie hast du uns eingeladen.
Und wir danken dir,
dass wir manchmal schon einen Vorgeschmack dieser Welt zu spüren bekommen.
Unser Leben bekommt dadurch einen neuen, einen weiten Horizont,
den wir nicht selbst produzieren müssen.
 
Und doch liegt uns die Welt, wie wir sie kennen, noch auf der Seele.
All die Menschen, die heute leiden.
Einsame, Kranke und Alte.
Arme, Verzweifelte und Sterbende.
Hungernde, Gefolterte und Heimatlose
Die Welt, wie wir sie kennen, liegt uns auf der Seele,
die Welt in Zeiten der Pandemie.
 
Lass sie uns schon jetzt spüren, deine neue Welt,
in die du uns eingeladen hast,
die Welt,
in der Einsame Gemeinschaft finde,
Kranke Heilung erfahren,
Sterbende Hoffnung schöpfen auf das ewige Leben,
Arme genug haben zum Leben,
Verzweifelten dein Licht aufleuchtet,
Hungernde genug zum Essen haben,
Gefolterten ihre Wunden verbunden werden
und Heimatlose ein neues Zuhause finden.
 
Menschenfreundlicher Gott, mach uns Mut,
der Einladung in deine neue Welt zu folgen.
 
So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.
Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,
möge er uns gnädig ansehen.
Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben
oder wo sie ungehört verhallen,
möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.
Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,
möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.
Amen.
 
Orgelnachspiel
von Jan-Paul Götze



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