Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

Gottesdienst für zuhause

24. Mai 2020

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

den schickt er in die weite Welt,

oder auch nicht...



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 Gottesdienst für zuhause vom 24.05.20

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt,

oder auch nicht…

 

 Orgelvorspiel

 von Jan-Paul Götze

 Begrüßung

Unserem Leben sind immer noch enge Grenzen gesetzt, die uns zu schaffen machen. Wir hoffen darauf, dass uns Gott neue Weite schenkt. Darum hören wir auf sein Wort und feiern nun Gottesdienst und wir feiern ihn in der Gemeinschaft aller Christinnen und Christen zu allen Zeiten und an allen Orten, denn wir feiern auch diesen Gottesdienst für zuhause

 Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

 Psalm 37

 Freue dich über den HERRN, er ist dein Glück!

 Er wird dir jeden Herzenswunsch erfüllen!

 Lass den HERRN deinen Weg bestimmen!

 Vertraue auf ihn! Und er wird es gut machen.

 Er bringt deine Gerechtigkeit zum Leuchten

 und deine Rechtschaffenheit zum Glänzen wie die helle Mittagssonne.

 Warte ruhig, was der HERR tut!

 Sei gespannt, was er unternimmt!

 Der HERR achtet auf die Schritte eines Menschen.

 Gefällt ihm sein Weg, sichert er seinen Tritt.

 Und wenn er stolpert, stürzt er trotzdem nicht.

 Denn der HERR hält ihn fest an der Hand.

 Hoffe auf den HERRN und bleib auf seinem Weg!

 

 Lied: EG 600 – Meine engen Grenzen

 von Jan-Paul Götze

 

 Predigt (von Pfr. Ulrich Ries)

 

Gehören Sie, meine Lieben, auch zu den Menschen, die um die nächste Urlaubsreise bangen? Oder sagen Sie sich: „Bleibe im Lande und nähre dich redlich.“? Damit wären Sie immerhin mit der Bibel auf einer Linie, denn bei diesem Sprichwort handelt es sich um ein Zitat aus Psalm 37. Oder halten Sie es eher mit der Weisheit, dass Reisen bildet? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft mit Johann Wolfgang von Goethe. Der hat gemeint: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ Da hat der Geheimrat aber wohl kaum an diejenigen gedacht, die im Moment ihren Reisen besonders lautstark hinterhertrauern. Denen geht es eher nicht um Bildung. Haben Sie die auch im Fernsehen gesehen? Die sind für einen Junggesellenabschied nach Mallorca geflogen. Morgens hin. Acht Stunden Komasaufen. Nachts zurück. Ohne Übernachtung. Auf die trifft eher ein Grundsatz zu, den der satirische Schriftsteller Kurt Tucholsky bereits 1929 so beschrieben hat: „Das Grundgesetz jeder richtigen Reise ist: es muss was los sein.“ Wie gesagt, das ist Satire.

 

Wenn ich nur mal kurz einen Blick auf das Reisen in der Bibel werfe, dann ist mein Befund ohne Anspruch auf Vollständigkeit folgender. Weder zuzeiten des Alten noch des Neuen Testaments gab es so etwas wie Vergnügungsreisen. In der Bibel wird zwar viel gereist, diese Reisen verfolgen aber immer einen bestimmten Zweck. Da wird Abraham auf die Reise in eine neue Heimat geschickt. Jakob reist in ein anderes Land, um dort eine Frau zu finden. Seine Großfamilie reist später nach Ägypten, weil in der Heimat Hungersnot herrscht. Das Volk Israel muss vierzig Jahre durch die Wüste ins gelobte Land reisen. Fromme Juden machen eine Pilgerreise zum Tempel nach Jerusalem, um dort Gott anzubeten. Und einer der größten Reisenden überhaupt, der Apostel Paulus, hat fast 16.000 Kilometer zurückgelegt. Er wollte den Glauben an Christus in die Welt tragen. Dass das kein Vergnügen war, können Sie in der Apostelgeschichte nachlesen. Reisen war unbequem, dauerte lange und konnte lebensgefährlich sein. Auch Jesus ist gereist, sogar bis ins benachbarte Ausland, um seine Botschaft von Gottes Neuer Welt zu verkünden. Urlaub hat er nicht gemacht. Doch wenn er mal Abstand vom Alltag brauchte, hat er sich auf einen Berg zurückgezogen.

 

Nun sagen ja manche, dass die wahren Reisen im Kopf stattfinden. Darum möchte ich Sie einladen, mir auf zwei kleine Gedankenreisen zu folgen. Ich habe mich nämlich gefragt, welche Eindrücke von meinen Reisen mir wichtig sind. Und da komme ich auf diese beiden. Den ersten Eindruck habe ich einmal früh am Morgen gesammelt. Ich stand auf dem Balkon meines Hotelzimmers. Das war kein besonderer Ausblick, ein kleiner Garten, eine Mauer, dahinter ein Feld. Wegen der Hitze hatte ich bis dahin nicht besonders gut geschlafen, obwohl der zwölfstündige Flug sehr anstrengend gewesen war. Alles in Allem hatte die Reise fast 24 Stunden gedauert. Und nun war ich auf Sumatra, nicht allein, zwei Mitglieder unseres Indonesienausschusses waren auch dabei. Zum ersten Mal in Asien. Zum ersten Mal in den Tropen. Alles laut. Alles voller Menschen. Ein ungeheures Gewusel. Dann endlich ein bisschen Ruhe. Schwitzend im Hotelzimmer ohne Klimaanlage. Die Seele war noch nicht angekommen, war noch unterwegs. Unruhiger Schlaf. Aufwachen. Auf den Balkon. Und dort dann angenehme Temperatur. Einatmen fremder Gerüche. Und dann ganz unerwartet das Gefühl, doch angekommen zu sein, mit Leib und Seele. Nun konnte unsere Reise richtig beginnen. Das war kein touristischer Höhepunkt, aber das Gefühl, angekommen zu sein in der Fremde, die dann doch nicht so fremd war, weil uns Menschen erwarteten, die wir schon kannten – und Klänge, die uns vertraut waren.

 

Angekommen war ich auch beim zweiten wichtigen Reiseerlebnis, angekommen auf dem Mekong. Es gibt Orte auf der Welt, die haben für mich einen besonderen Klang. Valparaíso ist so ein Ort, eine Hafenstadt in Chile, oder Surabaya auf Java. Wahrscheinlich haben sie sich in meiner Kindheit durch Abenteuergeschichten in mir festgesetzt. Und klingt Montevideo nicht nach Exotik und Tango? Und dann eben der Mekong, dieser Fluss, der sich von China aus durch Südostasien windet und in Vietnam in einem großen Delta ins Meer mündet. Auf dem war ich nun unterwegs in einem Boot, wie Sie hier auf dem Bild sehen können.

 


 Im Norden von Laos waren wir an Bord gegangen und fuhren zwei Tage lang bis nach Luang Prabang, der alten Königsstadt von Laos. Angenehm warm war es, als wir durch den Urwald fuhren, rechts und links rote Erde, die auch den Fluss rot färbt, vorbei an abgelegenen Dörfern und Menschen, die abends im Mekong gebadet haben. Ab und zu waren Elefanten mit ihren Führern zu sehen. Ein ganz entschleunigtes Reisen war das auf dem großen Fluss. Ich hatte Zeit genug, zu erleben und zu genießen, dass ich am Ziel meiner Sehnsucht angekommen war.

 

Ist das nicht merkwürdig, meine Lieben, dass beide Erlebnisse etwas mit ankommen zu tun hatten, obwohl doch die Reiseprofis meist versichern, dass es nicht auf das Ziel einer Reise ankommt, sondern dass der Weg das Ziel ist? Einmal waren die Gedanken dort angekommen, wo sich der Körper schon eine ganze Zeitlang aufgehalten hatte. Das andere Mal war ich da, wohin meine Gedanken schon lange vorausgereist waren. Reisen bringt Körper, Seele, Geist in Einklang.

 

Natürlich gibt es auch Entdeckungsreisen. Auf denen wird man überrascht, weil man neue Erfahrungen macht, die man vorher nicht kannte. Und manchmal wird einem auf Reisen auch der Kopf zurechtgerückt, weil man feststellen muss, dass die Wirklichkeit ganz anders aussieht, als man sie sich vorgestellt hat. In solchen Fällen ist es tatsächlich so, dass Reisen bildet.

 

Auf jeden Fall ist Reisen immer auch Kopfsache, wenn es nicht ausgerechnet am Ballermann endet, oder an ähnlichen Locations. Und auch bei einem All-inklusive-Cluburlaub drohen neue Erfahrungen auf der Strecke zu bleiben. Die sammelt man nur, wenn man sich tatsächlich für das Reiseziel öffnet, die andere Landschaft, neue Menschen, eine unbekannte Kultur. Dann allerdings kann man so manche Überraschung erleben. So wie wir auf der Reise durch Sumatra. Das war 2006, direkt nach der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Wir fuhren mit dem Auto Richtung Süden, als wir auf einmal bemerkten, dass überall schwarz-rot-goldene Fahnen hingen. Nun wussten wir, dass viele Indonesier Deutschland-Fans sind und besonders Fans der deutschen Fußballnationalmannschaft. Aber dass sie Straßen und Gebäude deshalb mit unseren Farben schmückten, wunderte uns dann doch. In einem Museum erkundigte ich mich dann danach und erfuhr, dass ich mich irrte. Schwarz-rot-gold, das sind auch die Farben der Minangkabau, einem Volk in Westsumatra. Und man erzählte mir, dass auch schon der deutsche Botschafter einmal sehr überrascht reagiert hatte.

 

Im Übrigen ist auch Jesus auf Reisen durchaus schonmal überrascht worden. Einmal trifft er in Kapernaum auf einen nichtjüdischen Hauptmann. Der hat einen kranken Knecht. Der Hauptmann vertraut auf Jesus und bittet ihn, den Knecht zu heilen. Jesus wundert sich über das Vertrauen des Mannes und macht den Knecht gesund. Auch Jesus hatte offenbar Vorurteile, die er aber durch die direkte Begegnung mit dem Hauptmann überwunden hat. Reisen kann eben doch bilden.

 

Nun werden in diesem Jahr Reisen nur in sehr beschränktem Umfang möglich sein. Das heißt aber nicht, dass wir mit unseren Vorurteilen leben müssen. Es gibt doch genügend andere Möglichkeiten, fremde Kulturen, Länder, Gedanken kennenzulernen. Es gibt tolle Reiseberichte in Büchern oder Fernsehdokumentationen. Da können wir noch eine Menge entdecken. Und wenn es wieder geht, können wir ja noch einmal vor Ort überprüfen, ob das Bild, das uns da vermittelt wurde, mit den Tatsachen übereinstimmt. So lange können wir uns an das halten, was der Schriftstellen Joseph Conrad einmal gesagt hat: „Die weitesten Reisen unternimmt man mit dem Kopf.“ Da sind uns keine Grenzen gesetzt.

 

Und bevor wir uns wieder ins Auto, ins Schiff oder ins Flugzeug setzen, sollten wir darüber nachdenken, ob der Zweck der Reise auch tatsächlich der Umweltbelastung angemessen ist, die sie ja auch immer darstellt. Eine Reise nach Sumatra alle paar Jahre zu einer Begegnung mit den Menschen in unserer Partnerkirche lässt sich nicht ersetzen. Und man kann ja auch die Umweltverschmutzung, die so ein Flug verursacht, kompensieren. Massentourismus an weit entfernten Stränden ist da schon etwas anderes. Da könnte man durchaus über andere Formen des Urlaubs nachdenken.

 

Apropos nachdenken. Der Heilige Augustinus hat auch über das Reisen nachgedacht. Diesen Gedanken will Ihnen zum Schluss nicht vorenthalten:

 

Die Menschen machen weite Reise um zu staunen:
über die Höhe der Berge,
über riesige Wellen des Meeres,
über die Länge der Flüsse,
über die Weite des Ozeans,
und über die Kreisbewegung der Sterne.
An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.

 

Auch dieses Ziel ist also durchaus eine Reise wert. Machen wir uns doch auf zu uns selbst. Und lassen wir uns dort überraschen von dem Reichtum, den wir dort finden werden.

 

 Lied: EG 503 – Geh aus, mein Herz, und suche Freud

 von Jan-Paul Götze

 

 Gebet

 

 Geh aus, mein Herz, und suche Freud

 in dieser lieben Sommerzeit

 an deines Gottes Gaben;

 schau an der schönen Gärten Zier

 und siehe, wie sie mir und dir

 sich ausgeschmücket haben.

 

Ich selber kann und mag nicht ruhn,

 des großen Gottes großes Tun

 erweckt mir alle Sinnen;

 ich singe mit, wenn alles singt,

 und lasse, was dem Höchsten klingt,

 aus meinem Herzen rinnen.

 

Hilf mir und segne meinen Geist

mit Segen, der vom Himmel fleußt,

dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe.
(Paul Gerhard)

 So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

 Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

 möge er uns gnädig ansehen.

 Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

 oder wo sie ungehört verhallen,

 möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

 Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

 möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

 Amen.

 

Ein Wort zum Schluss. Ab dem kommenden Sonntag, dem Pfingstsonntag, werden wir wieder Gottesdienst in unseren Kirchen feiern. Für diejenigen unter Ihnen, die dieser Einladung nicht oder noch nicht folgen wollen oder können, halten wir auch weiterhin die Möglichkeit bereit, den Gottesdienst hier auf der Homepage dem Gottesdienst zu folgen. Allerdings wird aus dem Gottesdienst zum Hören ein Gottesdienst zu Nach-Hören oder Nach-Lesen, weil wir ihn erst in der Kirche aufnehmen und dann auf der Homepage einstellen. Das dauert natürlich einen Moment. Sie finden ihn dann vermutlich am Montag hier auf dieser Seite.

 

Kollekten in Zeiten von Corona

 

Da wir ja zurzeit keine Kollekte im Gottesdienst erbitten können, wollen wir Ihnen einen anderen Weg möglich machen, den Kollektenzweck des jeweiligen Sonntags zu unterstützen. Die Evangelische Kirche im Rheinland teilt dazu mit:


Kollekte online geht zu jeder Zeit

Die Kollekte ist Ausdruck tätiger Liebe und solidarischer Hilfe und geht auch in Zeiten der Corona-Pandemie: online über über das Spendenportal der KD-Bank. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Ein kurzer Text erläutert, für welchen Zweck die Kollekte jeweils bestimmt ist.

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