Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

Gottesdienst zum Nach-Lesen und Nach-Hören

31. Mai 2020 Pfingsten

Gemeinschaft ohne Grenzen



Hier finden Sie die Aufnahme des Gottesdienstes in der Kirche als Gottesdienst zum Nach-Hören und Nach-Lesen. Beide Versionen können Sie herunterladen, als Audio-Datei oder als Text-Datei. Sie können den Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben. Vielleicht gibt es jemanden in Ihrer Nachbarschaft, die oder der gerne diesen Gottesdienst aus der eigenen Gemeinde lesen würde, aber keinen Zugang zum Internet hat. Geben Sie den "Gottesdienst zum Nachlesen" an andere weiter.





Gottesdienst zum Nach-Lesen












Gottesdienst zum Nach-Hören

31.05.20 Pfingsten
Gottesdienst zum Nach-Hören 31.05.20.MP3 (25.36MB)
31.05.20 Pfingsten
Gottesdienst zum Nach-Hören 31.05.20.MP3 (25.36MB)



 

 




Gottesdienst zum Nachlesen vom

Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

Gemeinschaft ohne Grenzen

Orgelvorspiel

von Jan-Paul Götze

 

Begrüßung

Endlich ist es wieder so weit. Wir feiern Gottesdienst gemeinsam in der Kirche, auch wenn die Umstände ungewöhnlich sind. Und auch diesen Gottesdienst feiern wir

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm 118

Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat.

Lasst uns jubeln und uns freuen über ihn!

Ach, HERR, bring doch die Rettung!

Ach, HERR, bring alles zum guten Ende!

Gesegnet sei, wer im Namen des HERRN kommt!

Vom Haus des HERRN her segnen wir euch.

Gott ist der HERR! Sein Licht soll für uns leuchten.

Schmückt den Festzug mit grünen Zweigen –

bis zu den Hörnern des Altars.

Dankt dem HERRN! Denn er ist gut.

Für immer bleibt seine Güte bestehen.


Apostelgeschichte 2

1 Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt.

2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen wie von einem starken Wind. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.

3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen. Die verteilten sich

und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.

4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.

5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten.

6 Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen. Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

14 Da trat Petrus vor die Menge und mit ihm die anderen elf Apostel. Mit lauter Stimme rief er ihnen zu: »Lasst euch erklären, was hier vorgeht, und hört mir gut zu!

37 Mit seinen Worten traf Petrus die Zuhörer mitten ins Herz.

41 Viele nahmen die Botschaft an, die Petrus verkündet hatte, und ließen sich taufen. Ungefähr 3000 Menschen kamen an diesem Tag zur Gemeinde dazu.

 

Lied: EG 135 - Schmückt das Fest mit Maien

von Jan-Paul Götze

 

Predigt (von Pfr. Ulrich Ries)

Tja, meine Lieben, jetzt ist es also wieder so weit. Wir feiern zusammen Gottesdienst in der Kirche. Aber es fühlt sich schon irgendwie merkwürdig an so, wie Sie da sitzen. Auf Abstand, mit Masken, ohne Gesangbuch. Ich finde, ein richtiges Gemeinschaftsgefühl will da nicht aufkommen. Und dieses Gemeinschaftsgefühl ist für uns Protestanten doch bedeutsam. Das ist ein bisschen anders als bei den katholischen Schwestern und Brüdern. Da ist entscheidend, dass der Priester die Eucharistie, also das Abendmahl, feiert. Dann ist es ein richtiger Gottesdienst. Für uns ist es wichtig, dass die Gemeinde Gottesdienst feiert, die Gemeinschaft der Christinnen und Christen an einem Ort. Was ist aber, wenn es sich gar nicht nach Gemeinschaft anfühlt? Ist das dann kein Gottesdienst?

Schwierige Fragen! Und sie hängen zusammen mit dem Begriff der Gemeinschaft. Darum kümmern wir uns heute mal darum. Die Frage also: Wie entsteht Gemeinschaft? Unsere normalen Erfahrungen sagen uns, Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen etwas teilen, ein gemeinsames Ziel etwa, oder ein Hobby. Wo Menschen gemeinsame Interessen verfolgen, da entsteht Gemeinschaft. Das ist zum Beispiel in einem Verein der Fall. Da singen Menschen zusammen oder treiben Sport oder kümmern sich um den Naturschutz. Das ist auch in Parteien und Verbänden so. Da setzen sich Menschen für gemeinsame Ziele ein, und zwar auf ganz unterschiedlichen Ebenen, im Beruf etwa, oder in der Politik auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene.

Und jetzt haben wir ein erstes Ergebnis. Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen etwas gemeinsam haben. Und die Initiative geht von diesen Menschen aus. Und wir haben auch schon ein zweites Ergebnis. Bei diesen Gemeinschaften handelt es sich immer um einen bestimmten Ausschnitt aus dem Leben. Es geht immer um konkrete Lebensbereiche. Und wenn die Mitglieder einer solchen Gemeinschaft den Gemeinschaftssinn vermissen lassen, dann zerfällt diese Gemeinschaft. Da muss man sich doch glatt fragen, warum es die Gemeinschaft der Kirche nach 2.000 Jahren immer noch gibt, wo doch die Menschen so unterschiedlich sind. Manche sind reich - andere arm, manche sind stark - andere schwach, manche sind aktiv - andere leben zurückgezogen. Alles in Allem kommt doch in der Kirche ein recht bunter Haufen zusammen. Wie kann das funktionieren? Zugegeben, manchmal funktioniert es ja auch eher schlecht als recht, aber immerhin.

Ich denke, es gibt einen wesentlichen Unterschied zu den Gemeinschaften, die ich eben beschrieben habe. Bei der Kirche geht die Initiative nicht von den Menschen aus, die sich in der Gemeinschaft zusammenfinden. Wir haben es ja eben in der Schriftlesung gehört. Wenn man jetzt aber nur einen flüchtigen Blick auf diesen Text aus der Apostelgeschichte wirft, könnte man auf die Idee kommen, zu sagen: Ah, ich verstehe, man muss also nur eine zündende Predigt halten, so wie Petrus, dann klappt das auch mit der Gemeinschaft! Oh Mann, wenn das so wäre, dann würde ich mich aber vollkommen überfordert fühlen, denn dann würde ja allein von mir abhängen, dass das hier in Katzenfurt und Daubhausen und Greifenthal auch richtig klappt, und das auch noch, wo ich noch nicht einmal richtig Platt sprechen kann, jedenfalls nicht Ihres, und mit meinem käme ich auch nicht weiter hier an der Dill.

Es muss also noch etwas anderes sein, das die Menschen zusammenbringt. Und das ist Gott selbst, der in seinem Geist zu den Menschen kommt und sie einlädt. Das kennen wir übrigens auch, dass wir mit Menschen eine Gemeinschaft bilden, die wir noch nicht einmal kennen, zum Beispiel, wenn wir zu einem großen Fest eingeladen werden, einer Hochzeit etwa. Da spielt es dann auch keine Rolle, dass alle ganz unterschiedliche Interessen haben. Da feiert man zusammen, weil das Brautpaar alle eingeladen hat.

Und so ähnlich ist es auch mit der Kirche. Gott lädt alle Menschen ein und begeistert sie für seine Sache. Leider gibt es ja nun auch da Trennungen, manchmal sogar ziemlich große, aber die entstehen dort, wo Menschen sich absondern oder überhaupt nicht dazugehören wollen. Von letzteren gibt es bei uns in Deutschland immer mehr. Sie beschließen, der Einladung Gottes nicht zu folgen. Und es gibt auch diejenigen, die sich für die bessere Gemeinschaft halten und mit den anderen nichts zu tun haben wollen. Aber wie gesagt, diese Trennungen gehen von den Menschen aus.

Gott lädt alle ein! Er lädt ein, durch die Taufe Teil der Gemeinschaft zu werden. Und er lädt alle an seinen Tisch. Das ist so, wie bei einem großen Hochzeitsfest. So werden uns Taufe und Abendmahl zum Zeichen der Gemeinschaft, unter einander und mit Gott. Und für mich ist diese Gemeinschaft immer dann erfahrbar, wenn ich das Vaterunser bete, allein oder in der Gemeinde, denn Jesus hat dazu eingeladen, dieses Gebet zu sprechen, und Menschen folgen dieser Einladung seit 2.000 Jahren überall auf der Welt.

Ein deutliches Mehr an Gemeinschaft täte uns auch in diesen Corona-Zeiten gut, auch wenn die Gemeinsamkeiten in unserer Gesellschaft und in dieser Welt nicht sehr ausgeprägt sind. Anfangs hat das noch gut geklappt. Da haben alle an einem Strang gezogen. Davon ist nicht mehr viel zu spüren. Zu viele Sonderinteressen geben jetzt den Ton an. Da können wir als Christinnen und Christen ein Zeichen der Einmütigkeit setzen bei aller Unterschiedlichkeit, die wir mitbringen, denn eines ist ja mal sicher, meine Lieben. Gott will immer das Leben, und zwar für alle Menschen überall auf der Welt. Diesen Geist könnten wir versuchen, in die Welt zu tragen, gerade wenn es um die Frage geht, was denn wieder „normal“ sein wird nach Corona. Darum bitten wir:

O komm, du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.

Amen.

 

Gebet

Barmherziger Gott, wir erinnern uns heute daran,

dass du in deinem Geist zu den Jüngern gekommen bist

und sie be-geistert hast.

Als sich daraufhin viele Menschen taufen ließen,

begann die erste Gemeinde zu wachsen.

Wir sind dankbar, dass wir am Geburtstag deiner Kirche

wieder zusammen Gottesdienst feiern können,

wenn auch lange nicht so, wie wir es uns vorstellen.

Um unter diesen Bedingungen Gemeinschaft zu werden,

sind wir darauf angewiesen,

dass du auch uns deinen Geist sendest,

den Geist, der uns mit dir und untereinander verbindet.

Sende ihn immer wieder neu zu uns,

den Geist der Wahrheit,

der uns frei macht, als deine Töchter und Söhne zu leben.

Darum rufen wir:

Komm, Heiliger Geist, erneuere die ganze Schöpfung.

Öffne unsere Ohren,

dass wir das vielfache Weinen in der Welt hören.

Öffne unsere Lippen,

dass wir denen unsere Stimme leihen, die keine Stimme haben.

Öffne unsere Augen,

dass wir schon jetzt das anbrechende Reich deines Friedens und deiner Gerechtigkeit sehen,

wie du sie verheißen hast.

Komm, Heiliger Geist, erneuere die ganze Schöpfung.

Versöhne die Menschheit, die nicht erst seit Corona zertrennt ist.

Gib uns auf dem Weg in die Zukunft die Weisheit zu bewahren,

was wir wirklich brauchen.

Gib uns die Gelassenheit,

Dinge aufgeben zu können, die wir nicht brauchen,

und die deine Welt und alle, die auf ihr leben, belasten.

Lass uns deine Offenheit, deine Weite und deine Herrlichkeit erahnen,

dass alles Kleinliche von uns abfällt und wir in Demut zusammengeführt werden.

Komm, Heiliger Geist, erneuere die ganze Schöpfung.

 

So begleite uns Gott mit seinem Segen in die vor uns liegende Zeit.

Wo wir uns nicht mehr gegenseitig anschauen können,

möge er uns gnädig ansehen.

Wo uns die eigenen Worte im Hals stecken bleiben

oder wo sie ungehört verhallen,

möge er uns mit seinem Wort Mut machen und Trost schenken.

Wo wir auf Distanz bleiben, freiwillig oder unfreiwillig,

möge er uns nahekommen und uns in seinen Händen bergen.

Amen.

 

Orgelnachspiel

von Jan-Paul Götz



Kollekte
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