Evangelische Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen

Wir sind für dich da!

28.10.2020
Herzlich Willkommen!


Auf dieser Seite finden Sie Informationen der Evangelischen Kirchengemeinden Katzenfurt und Daubhausen, auch zu den jeweils neuen Maßnahmen wegen des Corona-Virus.


Das Gemeindebüro ist für Publikumsverkehr geöffnet:

Donnerstags 16 - 18 Uhr.

Bitte beachten Sie die Abstands- und Hygieneregeln


In der Kirche in Daubhausen können die im Moment geltenden Regeln des Lahn-Dill-Kreises in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nicht eingehalten werden. Aus diesem Grund feiern wir bis auf weiteres

keine Gottesdienste in der Kirche in Daubhausen.

Bitte beachten Sie weiterhin die jeweils aktuellen Hinweise zu den Gottesdiensten, die Sie hier auf dieser Homepage finden.


22.10.2020

Das Leben bleibt ungewiss


(Foto: Ries)

Es fängt immer klein an. Zunächst sah es so aus, als wäre der Alltag wieder kalkulierbar. Im Sommer trat das Virus in den Hintergrund. Doch dann stiegen die Zahlen der Infizierten wieder, zunächst ganz unauffällig, wie ein einzelner Strandkorb, der aus der Reihe fällt. Doch die Strandkorb-Vermieter wissen: Bevor die Sturm-Saison so richtig anfängt, müssen die Körbe vom Strand in die Hallen gebracht werden, damit sie nicht zerstört werden. Auf Corona übertragen haben wir diesen Zeitpunkt offenbar verpasst. Ein Landkreis nach dem anderen kippte und wurde zur roten Zone auf der Corona-Landkarte. Jetzt ist es auch im Lahn-Dill-Kreis so weit. Das bedeutet für jede und jeden einzelnen von uns, dass wir wieder sehr genau überlegen müssen, welche Kontakte wir für uns und unsere Mitmenschen verantworten können. Für uns als Kirchengemeinde hat das auch Auswirkungen. Wir werden in den Presbyterien darüber zu beraten haben, wie wir die Gottesdienste in den kommenden Monaten gestalten. Das betrifft natürlich vor allem die Gottesdienste, zu denen besonders viele BesucherInnen zu erwarten sind, jedenfalls normalerweise, also Ewigkeitssonntag, Weihnachten und Silvester. Wir haben darüber bereits vor den Herbstferien gesprochen, uns aber noch nicht festgelegt. Und das war gut so! Denn nun zeigt sich die Planungsunsicherheit. Für Sie bedeutet das, dass wir Ihnen zunächst nur die nächsten Gottesdienstzeiten mitteilen können, und auch die gelten nur unter Vorbehalt. Und natürlich halten wir uns an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln. Die Zeiten finden Sie auf dieser Homepage unter der Rubrik „Termine“. Sobald weitere Entscheidungen gefallen sind, werden wir Sie informieren. Bleiben Sie gesund, oder werden Sie es wieder.

Ihr Pfr. Ulrich Ries

27. September 2020

Eröffnung des Kirchplatzes in Katzenfurt


Gottesdienst


Grußworte und Bitte um den Segen


Konzert mit Michel Sanya Mutambala



Feierabendgottesdienst Open Air vom 9. September 2020

"Engel, gibt es die eigentlich?"



Aufgrund von technischen Fehlern hat das Video leider nicht die gewohnte Bildqualität.

Wir werden uns in Zukunft bemühen.



21.08.2020

Katharinas Kolumne

 

(Foto: Weller)

Das heimliche Lied des Windes

Mal wieder bin ich alleine unterwegs. Wie so oft verschwinde ich, sobald eine kleine Lücke in meinem Alltag entsteht. Raus in die Natur… wo der Wind meine Gedanken in die Ferne trägt und die Sonne meine Seele wärmt.

Ganz alleine laufe ich dann durch unsere wundervolle Natur und bestaune dabei unzählige kleine und große Wunder. Dabei bin ich zwar alleine, doch niemals einsam, denn um mich herum tummelt sich in Hülle und Fülle… DAS LEBEN! Das wahre Leben, nicht die viel zu oft von Oberflächlichkeit, Materialismus und Feindlichkeit geprägte (Schein-)Welt, die wir Menschen uns selbst erschaffen haben. Hier draußen darf ich einfach das sein, was ich bin: Mensch. Nicht mehr und nicht weniger. Ich gehöre dazu, als ein Wesen unter vielen, das sich einfügt in das Gleichgewicht der Natur. Ich bin frei.

Oft sitze ich lange einfach still da und lausche dem Wind, wie er durch die Bäume weht, und den Vögeln, die nicht müde werden, immer wieder ihre kleinen Stimmen zu erheben. Wenn ich doch nur wüsste, was es da so Interessantes zu bereden gibt…

Ich höre die vielen kleinen Insekten und bewundere das unglaublich vielfältige Leben in der Sommerwiese. Manchmal wünschte ich mir, ich wäre ganz winzig und könnte einmal teilhaben an dem wilden Treiben, das doch für uns Menschen so leicht zu übersehen ist. Wie unglaublich aufregend muss diese Welt doch sein.

Lange sitze ich nun schon hier und langsam wird das Licht immer wärmer und weicher. Der Abend kündigt sich an und taucht meine kleine Welt in einen goldenen Schleier. Ein Windstoß erfasst mich und trägt auch noch die letzten kleinen Gedanken der doch so vielen wichtigen Unwichtigkeiten mit sich fort. Ich beobachte die Gräser, wie sie sich im Wind leise wiegen und wie der Baum tanzt zum heimlichen Lied des Windes. Ich bin mitten drin. Alles hier nimmt mich in sich auf. Fragt nicht, zweifelt nicht, urteilt nicht, bewertet nicht. IST einfach und lässt SEIN.

Ich spüre, wie die letzten Strahlen der Sonne meine Haut wärmen. Wie unglaublich warm sie doch sind, denke ich. So weit ist sie von mir entfernt und so gewaltig ihre Kraft.

Ich bin erfüllt von all den tausend Wundern um mich herum. Es ist ein stilles Glück, ein leises Glück, aber es ist stark und tief.

Ich stehe auf und verabschiede mich von allem Leben um mich herum, das mich so selbstverständlich bei sich und in sich aufgenommen hat. DANKE, sage ich leise, hänge mir meine Strickjacke um, ziehe meinen Rucksack auf und mache mich auf den Weg zurück.

Von weitem sehe ich mein kleines Auto am Rande des Naturschutzgebietes stehen. Ich gehe langsamer… ich möchte noch nicht wieder „zurück“… ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Ich bleibe noch einmal stehen und lausche… meine Fingerspitzen tanzen. Wie süß es doch klingt, das heimliche Lied des Windes.


Katharina Weller ist unsere Gemeindesekretärin.

katharina.weller@ekir.de

 

16.07.2020

Gottesdienst für zuhause Ferien Special:





30.06.2020

Katharinas Kolumne

(Foto: Weller)

Der leise laute Ruf

Ruhelos, suchend sitze ich da. Verlassen, einsam, nachdenklich. Ein Ruf in mir quält mich, lässt mich keinen Frieden finden. Das Gleichgewicht schmerzlich bedrohend, übertönt er alles andere. Der Ruf, die Stimme in mir, die mich fortlocken will, in die Fremde, in die Ferne, weg von allem Vertrautem, Geliebtem, das doch so viele Jahre in tiefem Glück und Dankbarkeit mein Leben erhellte. Wie konnte all das nur so klein werden? Kaum noch zu erkennen, kaum noch zu hören neben dieser lauten Stimme in mir. Eine fremde Stimme, und dennoch so vertraut.

Ich sitze, gelehnt an eine alte Eiche. Mein Rücken berührt die harte, grobe Rinde. Ich sitze fest, sicher, und bewundere den Baum um seine Stärke. Einfach so steht er da, wankt leicht im Wind, lässt seine Blätter tanzen.

Tief in mir spüre ich, dass ich gehen muss. Ich muss der Stimme folgen und einen Ort finden an dem ich Frieden finden kann.

Vor einigen Jahren begann meine Reise zu mir selbst, zu meiner Seele, mit einer besonderen Begegnung. Jemand lehrte mich viele Dinge über das Leben und zeigte mir, wer ich tief in mir bin. Seitdem befinde ich mich auf einer wundersamen und abenteuerlichen Reise. Ich habe erkannt, wo meine Stärken liegen, meine besonderen Talente, und warum es wichtig ist, dass sie von innen nach außen gelangen, in die Welt. Ich habe gelernt, wo meine Schwächen liegen, und warum es wichtig ist, sie zu achten und zu lieben. Ich habe erkannt, was ich brauche, um ich selbst zu sein...

Ich wünschte mir schon ab und an, die Stimme würde verstummen, doch das tat sie nie. Vor einiger Zeit habe ich meine Seele geweckt, und jetzt tut sie, was Seelen nun einmal tun … sie verlangt nach Ausdruck.

Ich sitze lautlos da, Stille umgibt mich, langsam dringt sie in meine Poren. Ein Moment des Friedens … endlich!

Also werde ich ihr folgen der Stimme, der Seele, wohin sie mich führt? In die Ferne? In die Stille? Denn das ist Gottes großes Geschenk an uns. Er gab uns eine Seele und ließ uns mit ihrer Stimme auf dieser Welt zurück. In der Hoffnung, wir wären leise genug, um ihr zu folgen, und mutig genug, um ihr Ausdruck zu verleihen, in dieser Welt, in diesem Leben, um dann, letztendlich, in wundervoller Erfüllung unserer Bestimmung, wieder zurück zu kehren in das alles umfassende Gleichgewicht.

Einige Zeit sitze ich noch im Schatten der alten Eiche. Lautlos … Dann stehe ich auf, verabschiede mich von meinem Gefährten und plötzlich bin ich wieder mutig und stark.

Ich sehe mich flüchtig um. Kurz durchfährt mich der Gedanke, ein Spaziergänger würde mich hier entdecken und all seinen Bekannten von einer verrückten Frau erzählen, die im Wald mit den Bäumen spricht. Ich muss lächeln … der Gedanke gefällt mir. Ich stehe auf, breite meine Arme aus und rufe laut:

Komm doch du Stimme, rufe mich nur! Und ich werde dir folgen …


Katharina Weller ist unsere Gemeindesekretärin.

katharina.weller@ekir.de

28.06.2020


Open Air Gottesdienst in Katzenfurt auf dem Kirchplatz


(Foto: Ries)

mehr Fotos finden Sie hier:


31.05.2020

Na bitte, geht doch!

(Foto: Ries)

Am Pfingstsonntag wurden nach langer Corona-Pause wieder Gottesdienste in den Kirchen gefeiert, natürlich unter Wahrung aller Abstands- und Hygieneregeln, wie dieses Foto aus Daubhausen beweist. Entgegen aller Befürchtungen herrschte keine Grabesstimmung, wenn auch die Rahmenbedingungen ungewohnt waren. Weitere Impressionen, auch aus Katzenfurt, finden Sie hier:



30.05.2020

Katharinas Kolumne


(Foto: Ries)

JETZT!

Wir alle kennen das, es gibt Zeiten im Leben in denen läuft alles recht ruhig und gleichmäßig dahin. Wie ein kleines Rinnsal am Wegesrand. Es ist windstill, die Sonne scheint, hier und da summt ein Bienchen fröhlich durch die Luft und hoch am Himmel zieht ein Falke andächtig seine Kreise am blauen Himmel. Es ist alles einfach nur gut, so wie es ist… Nun, in so einem Moment befinden wir uns gerade NICHT!

Und auch das kennen wir: Man spürt eine Art Spannung in der Luft, es bahnt sich etwas an. Man kann es nicht zuordnen, nicht greifen, und dennoch ist es da und es geht nicht weg. Die Spannung wird stärker, steigt immer weiter und dann ist er plötzlich da, der Sturm, die Veränderung, der Schlüsselmoment.

Der Schlüssel, der die Tür aufschließt in eine andere Welt, in eine andere Richtung, liegt in unserer Hand. Nun bliebt nur noch eins: Die Kraft und den Mut aufzubringen auch durch die neue Tür ZU GEHEN. Denn eins ist sicher, es wäre wohl viel angenehmer einfach stehen zu bleiben. Im Alten und Gewohnten zu verharren und abzuwarten, bis sich der Sturm gelegt hat.

Ich denke, dass wir alle uns im Moment genau an dieser Stelle befinden, in einem Schlüsselmoment. Wir stehen an der Türschwelle und zögern noch hindurch zu gehen. Veränderung bedeutet immer auch, Kraft aufbringen zu müssen. Äußere und innere Kraft, aber Veränderung ermöglicht erst Entwicklung. Alles ist ständig im Wandel, nichts steht jemals still, und so müssen auch wir uns verändern, neue Wege gehen.

Wir sollten die Gelegenheit nutzen, um einen Schritt nach vorne zu gehen in unserer Geschichte. In Ansätzen passiert im Moment ja schon einiges.

Plötzlich wird über die skandalösen Zustände für Mensch und Tier in unserer Fleischindustrie nachgedacht. Diese Zustände existieren nicht erst seit gestern, trotzdem hat es so gut wie jeder von uns sehr erfolgreich geschafft, einfach weg zu schauen. BIS JETZT!

Die Anerkennung für die unglaublich hart arbeitenden Menschen im Pflege- und Gesundheitssektor ist gestiegen. Diese Menschen kämpften schon immer bis über ihre Grenzen hinaus für unsere Gesundheit und unsere Leben. Auch vor Corona wurden Menschen krank und brauchten Hilfe, aber die wenigsten von uns haben dies wirklich gesehen und wertgeschätzt. BIS JETZT!

In London werden plötzlich massenhaft Straßen zu Fahrradwegen umgebaut, weil die U-Bahnen zu voll sind. Das waren sie schon länger, aber mit der Umsetzung entsprechender Maßnahmen tat man sich dennoch recht schwer. BIS JETZT!

Frankreich bewilligt ein großes Hilfspaket für die Airline, aber nur unter der Voraussetzung, dass künftig Inlandsflüge gestrichen werden, deren Ziel man auch mit der Bahn erreichen kann. Diese Option existierte doch auch schon vor Corona, wurde allerdings nie umgesetzt. BIS JETZT!

Man könnte die Liste noch eine Weile so fortsetzen, allerdings wäre das womöglich etwas zu langweilig, zumindest für diese Kolumne… ;-)

Es ist, als ob ein Feuer über die Erde fegt, das Feuer der Erneuerung. Manchmal muss es BRENNEN und Altes muss vergehen, damit Neues entstehen kann.

Wir leben in Zeiten des Wandels. Wir alle wissen das. Wir alle haben die Spannung in der Luft gespürt (noch vor Corona) und sie stieg und stieg… Es war vorauszusehen, dass sich eine Veränderung anbahnte. Er ist da, der Sturm, DER SCHLÜSSELMOMENT. Nicht gestern, nicht morgen, genau JETZT!

Dies ist DEINE ZEIT! Steh auf und geh neue Wege!

Denke über dich selbst nach, höre hin was dein Inneres dir sagen will.

Denke über deine Mitmenschen nach, höre hin was dein Umfeld dir sagen will.

Denke über deinen Konsum nach, höre hin was die Natur dir sagen will.

Denke über deinen Glauben nach, höre hin was Gott dir sagen will.

Sei kreativ, sei frei, mach etwas ganz Neues, bewirke etwas, verändere etwas, egal ob im Kleinen oder im Großen. Alles, selbst das Kleinste, hat Einfluss auf die Welt.

Also steh auf, die Welt braucht dich, JETZT!


Katharina Weller ist unsere Gemeindesekretärin.

katharina.weller@ekir.de

19.05.2020

Präsenz-Gottesdienste in der Kirche

Die Presbyterien haben beschlossen, ab Pfingsten wieder Präsenz-Gottesdienste in der Kirche zu feiern. Um diese in Corona-Zeiten verantworten zu können, wurde eine Schutzkonzeption erarbeitet. Die konkreten Hinweise für Gottesdienstbesucherinnen und Besucher finden Sie hier:

Hinweise für Besucherinnen und Besucher von Präsenz-Gottesdiensten

im Kontext der Corona-Schutzverordnungen

  • Sollten Sie Krankheitssymptome haben, die auf eine Infektion mit dem Corona-Virus hinweisen können, bitten wir Sie mit Rücksicht auf andere Gottesdienstbesucherinnen und Besucher, der Einladung zum Präsenz-Gottesdienst nicht zu folgen. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, den Gottesdienst auf der Homepage der Kirchengemeinden nachzuhören oder nachzulesen.
  • Bitte kommen Sie rechtzeitig zum Gottesdienst, damit es trotz der nötigen Vorbereitungen und Schutzmaßnahmen am Eingang nicht zu unnötigen Menschenansammlungen kommt.
  • Wir führen eine Anwesenheitsliste mit Namen, Adresse, Telefon, damit eine mögliche Infektionskette dokumentiert ist. Diese Liste dient nur diesem Zweck. Unter Umständen wird sie dem Gesundheitsamt gegenüber offengelegt. Die Liste wird nach angemessener Zeit vernichtet.
  • Bitte bringen Sie eine Mund-Nase-Bedeckung mit. Legen Sie diese vor der Kirche an und tragen sie während des Gottesdienstes.
  • Wir bitten Sie, sich vor Betreten der Kirche die Hände zu desinfizieren. Desinfektionsmittel steht zur Verfügung.
  • Wir bitten Sie, Flächen wie Türklinken oder Türgriffe nicht zu berühren. Die Türen zu den Kirchen stehen offen.
  • Bitte beachten Sie die festgelegte Sitzordnung. Ausnahmen können gemacht werden bei Familien (häuslichen Gemeinschaften) und Personen, die eine Begleitung benötigen. Die Emporen bleiben geschlossen.
  • Beachten Sie bitte auch beim Verlassen der Kirche die Abstandsregeln. Folgen Sie bitte den Hinweisen des Pfarrers oder der Person, die den Gottesdienst leitet.



14.05.2020

Aus den Presbyterien

(Foto: Ries)

Mit diesem Foto möchten wir Ihnen einen kleinen Eindruck von der Presbyteriums-Arbeit unter Corona-Bedingungen vermitteln. Aufgrund der Abstandsregeln passten nur eine Presbyterin und ein Presbyter auf das Foto. Dafür waren die anderen Anwesenden ausgesprochen dankbar. Um so mehr gilt den beiden Mutigen ein ausgesprochenes Lob für ihre Einwilligung, so auf unserer Homepage in Erscheinung zu treten. Man könnte jetzt noch ein Preisrätsel mit der Frage gestalten, wer sich hinter den Masken verbirgt, doch das will ich Ihnen und uns dann doch lieber ersparen.

Pfr. Ulrich Ries


12.05.2020

Katharinas Kolumne

(Foto: Ries)


Mami, wann macht die Welt wieder auf?


…das fragte mich vor einigen Tagen meine 11-jährige Tochter sichtlich traurig vor dem zu Bett gehen.

Ich stehe kurz wortlos da, halte inne, weiß nicht so Recht, was ich antworten soll. Ich bin selbst ein wenig traurig in diesem Moment und möchte mich am liebsten auch aufs Bett setzen und jemanden um Rat fragen, wie es weitergehen soll … aber dann stelle ich meine eigenen Gefühle zurück und tue, das was eine Mutter eben tut: Ich bin stark, fange auf, gebe Halt. „Das dauert nicht mehr lange mein Schatz. Nach und nach wird jetzt alles wieder öffnen und das Leben geht wieder seinen gewohnten Gang.“ antworte ich.

Wieder zurück im Wohnzimmer hallen meine Worte noch in mir nach … Das Leben geht wieder seinen gewohnten Gang. Soll es das denn überhaupt? Will ich das eigentlich? Wollen wir die „gewohnte“ Welt denn wieder zurück? Sind nicht viele von uns in den letzten Wochen (auch) gewachsen? Sich selbst einen Schritt näher gekommen? Wurde uns doch allzu deutlich vor Augen gehalten was wirklich zählt im Leben - Gesundheit, Familie, Freunde, Nächstenliebe, Hoffnung … - Und was vielen so groß erschien und uns alle so fest im Griff hielt - Ziele, Selbstdarstellung, Karriere, Macht…- wurde immer kleiner und verschwand schließlich im Angesicht der tiefen Dankbarkeit um die eigene Gesundheit und die der Familie. Unsere große und allmächtige Weltwirtschaft fällt zusammen wie ein Kartenhaus. Wohl doch nicht so stabil und alles entscheidend, wie zuvor gedacht, reicht schon ein kleiner Windhauch um alles zu Fall zu bringen. Unsere Flugzeuge fliegen nicht mehr, unsere Schiffe fahren nicht mehr, unsere Fabriken produzieren nicht mehr. Die Welt steht still und hält den Atem an.

Die ungreifbare Bedrohung bringt aber nicht nur Angst und Sorgen, sondern auch ungeahnte Kräfte in uns hervor. Plötzlich denken wir wieder öfter an unsere Mitmenschen, wir fühlen mit, wir sehen uns um. Nicht nur in unserem direkten Umfeld, sondern auch über die Grenzen unseres Landes hinaus. Wie kann ich helfen? Was kann mein Beitrag sein? Stellen wir uns diese Fragen nicht viel zu selten? Wir sind gefangen im „Hamsterrad des Lebens“ und sehen nicht mehr nach links und rechts. Bis…ja…bis irgendjemand??? einmal auf „Pause“ drückt und wir alle plötzlich erwachen.

Der Mensch verändert sich nur wenn er mit dem Rücken gegen die Wand steht. Erst wenn es nicht mehr anders geht und wir gezwungen sind, ändern wir unsere Richtung. Nun, jetzt ist es soweit, wir stehen mit dem Rücken gegen die Wand. Was tun wir nun? Ändern wir unsere Richtung? Denken wir wieder mehr an unsere Mitmenschen, an unsere Gesundheit, an unsere Erde? Schützen wir unsere Menschlichkeit? Bewahren wir unsere Natur? Oder zerstören wir unsere Lebensgrundlage weiterhin mit unserer unstillbaren Gier nach Macht und Anerkennung? Fügen wir uns ein in das große Ganze, in den Kreis des Lebens? Oder streben wir weiterhin die Krone der Schöpfung an die uns doch nicht zusteht? Das Leben findet immer einen Weg, egal ob mit oder ohne uns. Wir sind nicht so „groß“ wie wir dachten. Wir sind auch nur ein Teil von Gottes Schöpfung, in der jedes Leben gleich zählt. Egal ob Pflanze, Tier oder Mensch. Wenn wir das verstanden haben können wir unseren Frieden finden, in uns und in dieser Welt.

Berufstätige Elternteile gehen an ihre Belastungsgrenzen und weit darüber hinaus. Unzähligen Menschen verlieren ihre Existenzgrundlage und einige von uns bezahlen mit ihrem Leben. Sie ist nicht billig, diese Lehre. Wir sollten dafür Sorge tragen das die vielen Opfer nicht umsonst waren!

Also, nun habe ich schlussendlich meine Antwort gefunden auf die Frage: Mami, wann macht die Welt wieder auf? Die Antwort lautet: Wenn wir unsere Lektion gelernt haben!


Katharina Weller ist unsere Gemeindesekretärin.

Zwei weitere Beiträge von ihr finden Sie auf der Gebetswand.


01.04.2020


 

Es ist eine ganz unscheinbare Pflanze, die Sie hier sehen. Es handelt sich um eine Strandquecke. Das Foto habe ich auf meiner Lieblingsinsel Föhr aufgenommen. Doch schon, wenn man nur ein Bisschen über das nachdenkt, was das Bild zeigt, wird klar: Diese Pflanze ist ganz erstaunlich. Nicht dass sie auf irgendeine Liste der bedrohten Arten gehörte, aber ohne sie würde z.B. die Hälfte der Niederlande gar nicht existieren.

Die Strandquecke ist eine sogenannte Pionierpflanze. Mit dieser Pflanze beginnt die Dünenentstehung. Am Strand wächst diese Pionierpflanze auf der Flutmarke. Das ist der Bereich des Strandes, der bei Hochwasser vom Meer bedeckt ist, bei Niedrigwasser aber trockenfällt. Die Strandquecke kann effektiv Flugsand einfangen. Zudem verträgt sie Salzwasser besonders gut. Rund um die Pflanze sammelt sich der Sand an. Das Gras wächst einfach weiter heraus und so entsteht eine kleine Düne.

Bei Flut wird diese Mini-Düne, die wir hier sehen, regelmäßig überspült, Land unter sozusagen. Zweimal am Tag überflutet mit Salzwasser. Und dennoch wird dieses Gras nicht weggespült. Es leistet dem Meer Widerstand. Die Halme sammeln den Sand. Die Wurzeln binden ihn, bilden ein tiefes und weit-verzweigtes Netzwerk. Die Strandquecke gibt dem Land, auf dem sie wächst, Halt.

Was gibt uns Halt? Woher nehmen wir unsere Kraft? Wo sind unsere Wurzeln? Wurzeln, die uns tatsächlich Halt geben, wenn es stürmisch wird. Wurzeln, die uns noch am Leben halten, wenn uns das Wasser bis zum Hals steht? Wurzeln wie die der Strandquecke. Mit solchen Wurzeln könnten wir sogar auf Sand bauen.

Der Prophet Jeremia sagt:  

Gesegnet ist der Mensch, der sich auf Gott verlässt und dessen Zuversicht Gott ist.

So ein Mensch ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt,

der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.

Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht,

sondern seine Blätter bleiben grün;

und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt,

sondern bringt ohne Aufhören Früchte.

 Jer. 17, 7+8

Wenn wir uns auf Gott verlassen, dann wachsen uns wie von selbst Wurzeln, die uns Halt geben und ernähren, Wurzeln wie die der Strandquecke. Solche Wurzeln haben wir in diesen stürmischen Corona-Zeiten nötig, denn sie verhindern, dass wir von der nächsten Flut einfach weggespült werden, seien es die Flut alarmierender Nachrichten oder die Flut lebenshemmender Gefühle wie Einsamkeit, Angst, Hilflosigkeit. Die Zuversicht, die Gott uns schenkt, reicht über die nächste Flut hinaus.

 

Pfr. Ulrich Ries

 



  Die blaue Blume

 

 

 

 

Der vergangene Sonntag war merkwürdig. Es war ein Sonntag ohne Gottesdienst, obwohl wir doch sogar einen besonderen Gottesdienst geplant hatten, einen fröhlichen Open-Air-Gottesdienst auf der Baustelle des neuen Kirchplatzes. Aber da hatte uns schon vorher das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf dem Platz standen immer noch tiefe Pfützen. Deshalb wollten wir den Gottesdienst in der Kirche feiern. Aber dann kam Corona – und wir haben den Gottesdienst abgesagt.

Und alle fragen wir uns: Was wird noch alles abgesagt? Das Leben steht doch schon fast auf null. Zwischenmenschliche Kontakte sollen wir vermeiden, soweit es geht, und wenn, dann nur auf Abstand. Das Leben kommt zum Erliegen. Das Virus lastet auf der Seele, mehr vielleicht als tatsächlich auf dem Körper.

Und dann habe ich von unserer Terrasse aus Seltsames beobachtet. Im schönsten Sonnenschein gingen Menschen spazieren. Und ein paarmal blieben Leute stehen und fotografierten unser Haus. Erst dachte ich, dass es Einbrecher sind, die sich auf ihre Arbeit nächste Woche vorbereiten. Dafür verhielten sie sich aber eigentlich zu auffällig. Außerdem wäre ja auch der Zeitpunkt ungünstig, wo doch allen geraten wird, zuhause zu bleiben. Das ist es schon unwahrscheinlich, dass sie ihrer Tätigkeit ungestört nachgehen können.

Aber dann sah ich genauer hin. Die Menschen machten kein Foto von unserem Haus. Sie fotografierten unseren Garten. Auch seltsam, weil es sich bestimmt nicht um ein Vorzeigeobjekt handelt. Im Frühling allerdings ist das anders. Da blühen die kleinen, blauen Blumen. Und die fallen offenbar auf. Darum habe ich sie auch für Sie fotografiert, denn ich finde, sie sind nicht nur schön, ihr Anblick macht auch fröhlich. Und das können wir zurzeit alle gut gebrauchen.

Und sie erinnern mich an ein Lied aus dem Gesangbuch (Nr. 659, 4):

Freunde, dass der Mandelzweig

sich in Blüten wiegt,

bleibe uns ein Fingerzeig,

wie das Leben siegt.



Es grüßt Sie herzlich


Pfarrer Ulrich Ries


15.03.2020